Langenfeld Infotafel verschwindet aus dem Stadtbild

Langenfeld · Nach 17 Jahren hat die seit rund zwei Jahren defekte Tafel ihre Schuldigkeit getan und wurde abgebaut. Gar nicht so einfach, wie sich herausstellte.

Die seit zwei Jahren defekte Info- und Werbetafel an der Langenfelder Stadthalle ist abgebaut.

Die seit zwei Jahren defekte Info- und Werbetafel an der Langenfelder Stadthalle ist abgebaut.

Foto: Dirk Heuer

Ein roter Autokran wird gegen 8.30 Uhr auf dem Platz vor der Stadthalle aufgebaut. Der Kranführer fährt langsam seine Ausleger aus, legt die dicken Holklötze darunter, um nicht das Pflaster zu zerbrechen. Wenige Meter neben ihm steht ein gelber Container. Flatterband sperrt den Bereich der Stadthalle an der Ecke zur Hauptstraße ab. Im Visier des Kranführers: Die 1,7 Tonnen schwere Informationswand. Zwei Männer befestigen von ihrer weißen Hubbühne aus dicke Seile an der 3,84 mal 2,85 Meter großen elektronische Werbewand und verbinden sie mit Haken des Autokrans.

„Das ist meine Wand“, erzählt Werner Weidner, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens für Elektrotechnik, aus Langenfeld. „Vor 17 Jahren haben wir die Informationstafel angebracht und sie natürlich gut eingefettet, um Rost zu verhindern“, fährt er fort. Vor zwei Jahren gab sie ihre letzte Information von sich, um dann zu erlöschen. „Wir konnten keine Ersatzteile mehr bekommen“, erinnert sich der Chef und auch der Hersteller sei in die Insolvenz gegangen. „Und dann kommt ja auch noch die Weiterentwicklung der Technik dazu“, fährt Weidner fort. 

„Zieh mal“, ruft er seinem Mitarbeiter zu. Der nimmt das rote Seil in die Hand und versucht, das schwere Teil zu bewegen – und er schafft es tatsächlich. Nur senkrecht bewegt sich die Tafel keinen Millimeter. Alle Versuche eines weiteren Mitarbeiters, den Bolzen zu lösen, sind zunächst vergeblich. „Bewegt sich was“, ruft Weidner seinem Mitarbeiter noch einmal in der weißen Bühne zu. Der schüttelt von oben der Kopf und schlägt mit dem schweren Hammer wieder und wieder kräftig unter den Bolzen. Der Kranführer zuckt die Schultern – auch er kann die Tafel nicht bewegen. Zu sehr darf er nicht ziehen, um nicht die Tafelbefestigungen aus der Stadthallenaußenwand heraus zu reißen. 

„Wir brauchen andere Befestigungsseile“, sagt Weidner. „Ich habe nicht erwartet, dass wir die Bolzen nach 17 Jahren einfach mal so lösen“, sagt er, steigt in den Wagen und braust in seine Firma. Wenig später sind die Seile ausgetauscht, das Hämmern auf die Bolzen hallt laut durch die Innenstadt, während der Wind leicht weht. Plötzlich ein lautes „Ja“. Der untere Bolzen ist gelöst, dem Rostlöser und den noch schwereren Vorschlaghämmern sei Dank. Fehlt nur noch der obere Bolzen. Um 12.07 Uhr ist es soweit.

„Kommt denn eine neue Tafel?“ Nun zuckt Weidner mit der Schulter. Der Vertrag mit ihm sei bereits im vergangenen Jahr gekündigt worden, teilt die Verwaltung auf Nachfrage mit.

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