Schützenfeste 2024 in Langenfeld Immigrather Bruderschaft wird 100

Langenfeld · Die Immigrather Schützenbruderschaft eröffnet im Juni als erste die Saison der Grünröcke. Und sie feiert in diesem Jahr ein stattliches Jubiläum.

 Das Foto von 1949 entstand vor dem damaligen Verienslokal Odenbach, dort steht heute das Sass am Markt.

Das Foto von 1949 entstand vor dem damaligen Verienslokal Odenbach, dort steht heute das Sass am Markt.

Foto: Schützenbruderschaft Immigrath

Auf Initiative des damaligen Pfarrers Rohde wurde die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Langenfeld-Immigrath an St. Josef im Jahr 1924 gegründet. Sie bekam noch am Ende dieses Jahres den Segen der Erzbischöflichen Behörde in Köln und ist seither dem Grundsatz der Bruderschaften verpflichtet: Glaube – Sitte – Heimat.

Ein Grundsatz, hinter dem der aktuelle Erste Brudermeister Christoph Boes auch heute noch zu hundert Prozent steht. Denn: „Gemeinschaft ist das, was heute meist auf der Strecke bleibt“, sagt er. Und er hat ein Rezept dagegen. „Wir treffen uns jeden Donnerstag an der Theodor-Heuss-Straße. Einmal im Monat essen wir dort gemeinsam“, berichtet Boes. Zur gemeinsamen Tafel kommen meist um die 30 Mitglieder. „Alle sind dort akzeptiert, egal welchen Alters oder welcher Position und tauschen sich aus. Zwei oder drei richten das Essen aus“, so Boes, „damit nicht einer allein die Kosten tragen muss.“

Diese Zusammenkünfte sind Boes wichtig. Kaum einer wolle sich heutzutage mehr festlegen und sich verbindlich in einem Verein engagieren, umreißt er die aktuelle Entwicklung, unter der auch viele andere Vereine zu leiden haben.

Gerade in Immigrath, der Stadtmitte, sei es schwierig, Menschen zum Schützenbrauchtum zu bewegen. „Wir verlieren die Bindung zum Ortsteil. Die Stadt selbst macht hier sehr viele Angebote“, sagt er, so dass ein Schützenfest nicht das Highlight des Jahres sei wie etwa in anderen, dörflich strukturierten Stadtteilen. Auch der Immigrather Bruderschaft fehlt es an Nachwuchs. „Unsere jüngsten Mitglieder sind um die 40“, sagt er.

Boes selbst ist 52 Jahre alt. Seit 40 Jahren ist er bei der St.-Sebastianus-Bruderschaft Langenfeld-Immigrath 1924 aktiv, seit zweieinhalb Jahren als Erster Brudermeister. Gemeinsam mit den inzwischen nur noch 60 Mitgliedern der Bruderschaft blickt er aufs Jubiläumsjahr. Das 100-jährige Bestehen wird groß gefeiert.

Das Festprogramm steht und beginnt am Samstag, 15. Juni. Im Carl-Becker-Saal sind dann die Kölner Band „Tante Käthe“ und Björn Heuser am Start. Heuser lädt die Gäste zum Mitsingen ein. „Der Eintritt ist frei“, sagt Boes. Alle sind eingeladen, „bis der Saal voll ist“.

Bereits am Samstag-Nachmittag lädt die Schützenbruderschaft alle, die schon einmal König waren, dazu ein, um den Titel „König der Könige“ zu schießen. „Das mach wir nur alle 20 Jahre.“ Jetzt ist es das dritte Mal seit dem Start. Geschossen wird auf der vereinseigenen Schießanlage an der Theodor-Heuss-Straße. Am Sonntag zieht dann der große Festzug. Eine Feierstunde im Carl-Becker-Saal ist für den Nachmittag geplant. Und um 21 Uhr beginnt am Sonntag der Große Zapfenstreich, mit drei Bundesmusikzügen.

Das Festprogramm wird aus vielen kleine Töpfen finanziert. Die Stadt sponsert das Fest über den Gesellschaftsfonds. „Das haben wir im letzten Jahr schon beantragt und bewilligt bekommen“, ist Boes froh. Denn in diesem Jahr sieht es mit städtischer Unterstützung schwieriger aus. Darüber hinaus wird die Festschrift Einnahmen bringen, der Rest kommt aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und der Teilnahme am Stadtfest.

150 bis 180 Mitglieder hatte die Bruderschaft in guten Jahren. Es war eine Gemeinschaft entstanden, die sich durch viele Aktivitäten im kirchlichen und sozialen Bereich in das Leben der Pfarre integrierte, heißt es in der Festschrift. Der damalige Vorstand wirkte aktiv an der Gründung der „Erzbruderschaft zum heiligen Sebastianus“ mit, der Vorläuferin des heutigen Bundes der Historischen Schützenbruderschaften. In den Jahren des „Dritten Reiches“ ruhten dei Aktivitäten bei den Bruderschaftsschützen per staatlicher Verfügung. 1945 starten die Schützen wieder und ab 1949 zeigt auch die Chronik wieder ein geregeltes Vereinsleben auf.

In den 100 Jahren des Bestehens hat die Bruderschaft fünf Präsides und sieben Brudermeister. Seit 1981 besteht eine Schülerschützenabteilung, die 35 Schülerprinzen hervorbrachte. Seit 2002 können auch Mädchen in die Schülerschützenabteilung aufgenommen werden.

(og)
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