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Langenfeld Im Sozialladen "Die Tüte" stehen Kunden bis zu drei Stunden an

Stadtgespräch : Im Sozialladen stehen Kunden bis zu drei Stunden an

„Die Tüte“ des Langenfelder SkF lebt vom Ehrenamt – und von Warenspenden, wie sie jetzt die Malteser sammelten.

Da ist so einiges zusammengekommen: Mehrere Kisten und Taschen, gefüllt mit haltbaren Lebensmitteln sowie Non-Food-Artikeln, übergab Jasmin Ottow kürzlich an die Mitarbeiter des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF). Alles für „Die Tüte“, den Langenfelder SkF-Sozialladen an der Immigrather Straße 40. Jasmin Ottow gehört dem Malteser Hilfsdienst an, und der hatte mit seinem Café Malta, dem Besuchs- und Entlastungsdienst und weiteren Unterstützern für die „Tüte“ gesammelt.

Der SkF freut sich neben Essbarem besonders auch über Pflegeartikel. Einzige Voraussetzung: Die gespendeten Dinge sollten lange haltbar sein. Deshalb gingen neben zahlreichen Konserven mit Suppen, Sauerkraut, Leberwurst und Gemüse auch Reis, Nudeln, Linsen, Fisch, Rotkohl, Zucker und Marmeladen bei den Maltesern ein. Darüber hinaus gab es jede Menge Süßigkeiten sowie Duschgels, Pflegelotionen und Haarshampoos. In der „Tüte“, deren Räumlichkeiten sich in gut ausgestatteten Containern direkt hinter den Büros des SkF befinden, haben Bedürftige die Möglichkeit, sich gegen eine geringe Aufwandsentschädigung mit Waren des täglichen Bedarfs einzudecken.

„Die Menschen erhalten bei uns einen speziellen Ausweis, mit dem sie in der Tüte einkaufen können“, erklärt SkF-Geschäftsführerin Stephanie Krone das Konzept. Durch den Ausweis ist auch ersichtlich, wie viele Familienangehörige zu versorgen sind. Zwischen 5 und 20 Cent kostet die Kunden ein Produkt aus dem Sortiment des Sozialladens, so Krone.

„Die Tüte“ gibt es seit 14 Jahren. „Es ist etwas Einzigartiges, weil wir nicht der Tafel angehören“, sagt Krone. „Wir möchten gerne, dass die Menschen bei uns die Möglichkeit haben, frei zu entscheiden, was sie kaufen. Der Bedarf ist auf jeden Fall da: So nutzen nach Angaben von SkF-Bereichsleiter Rainer Sartoris im Durchschnitt 50 bedürftige Menschen die zweimal wöchentlich geöffnete „Tüte“. Wartezeit: bis zu drei Stunden. Bei der Ausgabe helfen Freiwillige wie Gert Vollbach: „Mit der Zeit baut man auch persönliche Kontakte auf und erfährt von einzelnen Schicksalen, die hin und wieder sehr tragisch sind“, erzählt der langjährige Ehrenamtler.