Langenfeld Im 7th Space ist die Illusion perfekt

Computerspiele: Im 7th Space ist die Illusion perfekt

Langenfelder Videospiel-Entwickler bieten auf 250 Quadratmetern Spaß für Groß und Klein.

Es ist eine Halle von 250 Quadratmetern, abgegrenzt von Stoffbahnen und mit bunten Linien auf dem Boden. Was hier jetzt stattfindet, sprengt das Vorstellbare. Aus der Halle wird ein dunkles Verlies. Zombiehorden und manische Krankenschwestern stürmen um die Ecke und wollen einem das Überleben schwer machen. Von der Halle ist nichts mehr übriggeblieben: Dort, wo die bunten Linien sein müssten, sind alte Gemäuer emporgewachsen. Es ist finster, feucht und hinter jeder Ecke stöhnen die Ungeheuer. Doch zum Glück hält man eine Pistole in der rechten Hand. Instinktiv drückt man den Abzug und schießt auf alles, was sich bewegt.

Um aus diesem Verlies zu entkommen, sind mehrere Schlüssel vonnöten, die in den dunklen Winkeln versteckt sind. Man betritt einen Fahrstuhl und kämpft sich durch mehrere Stockwerke. Schon nach wenigen Minuten hat man vergessen, eigentlich in einer Halle in der Hans-Böckler-Straße zu sein, so realistisch fühlt es sich an. Was hier stattfindet, nennt sich Virtual Reality. Genauer gesagt: das Videospiel „Space Squad Seven“. Man trägt einen tragbaren Computer wie einen Rucksack auf dem Rücken und eine VR-Brille samt Kopfhörer und Mikrofon auf dem Kopf. Mit beiden Händen umgreift man einen Controller. Aus ihm werden im Spiel die Pistole sowie eine freie Hand, mit der man Schlüssel greift oder Schalter an den Wänden drückt. Die Position in der Halle, die Armbewegungen, die Blickrichtung  ̶  alles ist synchronisiert.

Im Norden von Langenfeld haben Videospiel-Enthusiasten die größte Virtual-Reality-Erlebniswelt Europas aus dem Boden gestampft. Der Name der neuen Einrichtung: „7th Space“. Die erwähnte Halle ist der sogenannte Freewalk-Bereich. Ein zwölfköpfiges Programmierer-Team hat das düstere „Space Squad Seven“ entwickelt, damit die Spieler sich durch eine weitläufige Parallelwelt von 250 Quadratmetern bewegen können. „Es ist nur bei uns spielbar“, erklärt Remigius Rupik, der bei 7th Space für das Marketing verantwortlich ist: „Aktuell haben wir eben einen Horror-Shooter im Programm“, sagt er mit einem Augenzwinkern, „doch sind zahleiche weitere exklusive Spiele in Planung.“ Darunter fallen natürlich auch harmlosere Spiele, die für jüngere Spieler unter 16 Jahren geeignet seien.

Nebenan in der gemütlichen Spiel-Lounge kommt der fünfjährige Tim voll auf seine Kosten. „Ich bin gerade unter Wasser“, ruft er, obwohl er versunken im Sessel sitzt. Remigius Rupik deutet auf die Einrichtung: „Hier können die Leute entweder aktive Spiele an zwanzig Spots spielen, oder sitzend passive Filme wie eine Achterbahnfahrt oder die Sicht aus einem Flugzeug ansehen.“ Michael Becker, der Vater von Tim, ist von der Achterbahnfahrt sehr angetan. Familie Becker stammt aus Hürth und ist aufgrund einer Empfehlung zur Langenfelder VR-Erlebniswelt angereist. „Zuhause spielen wir keine Videospiele“, gibt der Familienvater zu. Trotzdem möchte er gleich mit seiner Frau den Horror-Shooter ausprobieren. Er muss schmunzeln: „Ich bin zwar nicht so hart gesotten, doch ich versuche es trotzdem mal.“

Mehr von RP ONLINE