Zugabe Unser Senf Zum Wochenende: Langenfeld hat ein Abwasserproblem

Zugabe Unser Senf Zum Wochenende: Langenfeld hat ein Abwasserproblem

Wäre der jüngste Jahrhundertstarkregen in Langenfeld wirklich ein Jahrhundertereignis gewesen, dann könnten sich Bewohner der Häuser mit überschwemmten Kellern und Erdgeschossen am Kaisersbusch und in anderen Ortsteilen ganz entspannt zurücklehnen.

Nach Adam Riese wäre solch eine garstige Flut vor ihrer Haustür (und darunter hindurch) erst wieder im Jahr 2118 zu erwarten - mithin ein Problem der Ur-Ur-Urenkel-Generation. Doch nicht das Rechengenie Riese entscheidet über die Regengüsse und deren Heftigkeit, sondern die auch vom Klimawandel beeinflussten Wetterkapriolen. Immerhin haben es die Menschen auf der Erde in der Hand, etwas gegen die Folgen zu tun, indem sie die Wassermassen dorthin lenken, wo sie möglichst wenig Schaden anrichten.

Insofern hörten alle mit gespitzten Ohren zu, als jetzt im Bau- und Verkehrsausschuss Thomas Wedmann vom beauftragten Ingenieurbüro den Entwurf des Abwasserbeseitigungskonzepts für die nächsten Jahre vorlegte. So weit, so gut die Ankündigung der Investitionen, an denen aufgrund der Gesetzeslage kein Weg vorbeiführen soll. Die schlechte Nachricht des Gutachters indes: Selbst wenn sämtliche Bauvorhaben dieses ehrgeizigen Investitionsvorhabens fertig sind, sollen allenfalls solche Starkregenereignisse aufgefangen werden, wie sie alle drei Jahre vorkommen.

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Folglich muss nach den jüngsten Überschwemmungen die Ursachenforschung deutlich tiefer gehen als die wenigen Meter in die Kanalrohre und Becken hinein. Die zur Schonung des Grüngürtels ausgerufene Verdichtung der Innenstadt stößt dann an ihre Grenzen, wenn nicht genügend Raum für den gedrosselten Abfluss der geklärten Wassermassen über die Bäche da ist. Mehr Regenversickerung auf Grundstücken, weitere Bachrenaturierungen mit Überschwemmungszone, der Abfluss von den umgebenden Autobahnen,... - dies alles und vieles mehr muss geprüft werden.

(RP)