Langenfeld Grünkohl hat jetzt Saison

Einkaufen : Grünkohl hat jetzt Saison

Der heimische Kohl wächst auch bei Frost und steht deshalb als Frischgemüse zur Verfügung. Viele Restaurants haben ihn derzeit in vielfältigen Variationen auf der Speisekarte.

Noch bis März hat der Grünkohl Hochsaison. Als heimisches Wintergemüse kennen ihn die meisten vor allem „klassisch“, also mit Kartoffeln verkocht und reichlich deftigen und fettreichen Beilagen wie geräuchertem Speck und Mettwürsten. Das gilt auch für die Besucher des Langenfelder Wochenmarkts, wo es den Grünkohl derzeit für 2,20 bis 2,70 Euro pro Kilogramm gibt. Der 400-Gramm-Beutel mit küchenfertigem Kohl kostet genauso viel, erspart dem eiligen Koch aber das Putzen und Schneiden und wird deshalb gerne genommen.

Erika Schreiber und Martina Tröster verkaufen das heimische Wintergemüse am Obst- und Gemüsestand von Siegfried Schultk aus Berghausen. Der Grünkohl ist teurer als im vergangenen Jahr, räumen sie ein. „Wegen des heißen Sommers“, mutmaßt die eine. Beide lieben Grünkohl. Tröster empfiehlt, zur Abwechslung auch einmal Grünkohl-Chips zuzubereiten. „Einfach größere Röschen auf ein Backblech geben, Öl, Pfeffer und Salz dazu und im Backofen backen – lecker“, schwärmt sie. Marina und Manuel Blanco dagegen schwören auf die Variante mit Bauchspeck, Mettwurst und Kartoffeln: „Das essen wir zurzeit zweimal pro Woche“, verrät er und packt gleich mehrere Kohlköpfe ein: „Am Wochenende kommen die Kinder zu Besuch.“

Josef Becker aus Korschenbroich verkauft „Grünkohl aus Meerbusch“ für 2,20 Euro das Kilo. Auch seine Frau Andrea und er mögen ihn klassisch. Frischer Grünkohl sei im Moment sehr begehrt, weiß er und ergänzt: „Die Nachfrage bestimmt den Preis.“

Grünkohl wird derzeit auch in vielen Restaurants angeboten. Das „Becherhus“ in Haan etwa kredenzt Grünkohl „Bergisch“ mit herzhafter Kottenwurst für 8,90 Euro. Das Hildener Restaurant „Landpartie im Fachwerk“ reimt auf seiner Homepage: „Wenn es draußen wieder stürmt und schneit, ist Grünkohlzeit“ und bietet „Grünkohl nach einem alten pommerschen Rezept meiner Mutter Annemarie“ an: Magerer, mild geräucherter Speck, goldig angebratene Zwiebeln, fein gewürfelte Kartoffeln und herzhafter Grünkohl werden sanft geschmort.“ Die Portion für „Puristen“ gibt es für 12,90 Euro, zwei Mettenden dazu 4,50 Euro extra, mit Kasslerrücken kommen 5,90 Euro drauf, mit Gänsekeule 9,90 Euro.

Sven Lucht vom Naturkostladen „Rheinkiesel“ in der Langenfelder Stadtmitte (Solinger Straße) schätzt den Grünkohl als „Superfood“. Das sei für ihn „ein Gemüse, das gesund ist und auf rheinischen Äckern wächst.“ Grünkohl ist eine basische Gemüsesorte, weiß der Bioladen-Betreiber. „Er enthält viel Kalzium, Eisen, Vitamin K, pflanzliches Eiweiß und Antioxydanzien.“

Schon zu Zeiten der Römer habe man Grünkohl als Heilmittel bei offenen Wunden und Entzündungen genutzt: „Man kennt Krautwickel gegen Entzündungen. Das ist Weißkohl, aber Grünkohl hat ja noch viel mehr Antioxydanzien.“

Lucht ist Hobbykoch und experimentiert oft mit Grünkohl: „Ich rupfe ihn nur grob, schwenke die Röschen in einer Marinade aus Sonnenblumenöl, gebe Salz, Pfeffer und Galgant dazu und backe sie dann bei 180 Grad im Backofen.“

Der Langenfelder hat schon Grünkohlauflauf produziert, „da ersetzt der Grünkohl quasi den Spinat im Auflauf“; Grünkohl-Pizza – da schwenke ich den Grünkohl mit Zwiebeln in der Pfanne, lösche mit Gemüsebrühe ab und dann kommt das auf die Pizza.“ Schließlich empfiehlt er noch „ein sehr leckeres Pesto mit Grünkohl und Walnüssen als Hauptzutaten.“

Eine Kollegin aus der Langenfelder RP-Redaktion schwört auf Grünkohl-Kartoffel-Curry mit Kokosmilch: Für vier Personen braucht man 800 Gramm Kartoffeln, eine Zwiebel, einen Esslöffel Rapsöl, zwei Teelöffel rote Currypaste, ein Kilo Grünkohl, eine Dose Kokosmilch, Salz, Pfeffer und 50 Gramm Cashewkerne. Das ganze wird im Topf zubereitet und insgesamt etwa 45 Minuten gekocht. Die Cashewkerne sollten erst in einer Pfanne angeröstet werden.

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