1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld: Golfplatzbetreiber ist empört wegen Abholzung

An der Knipprather Straße : Golfplatzbetreiber ist empört wegen Abholzung

Autofahrer, aufgepasst: An der Knipprather Straße könnten demnächst Golfbälle auf der Windschutzscheibe landen. Der Landesbetrieb Straßen-NRW lässt seit Donnerstag an dieser L402 entlang des Langenfelder Golfplatzes die dichtgewachsenenen Sträucher und auch einzelne Ahornbäume absägen.

Für Golfplatzbetreiber Jochen Offermanns ist diese Abholzaktion ein echtes Handicap: „Das ist eine gewachsene Barriere. Die darf doch nicht einfach entfernt werden“, klagt Offermanns. „Zwar sind unsere Golfbahnen auf die umgebenden Straßen so ausgerichtet, dass auch weite Schläge auf der Anlage bleiben und nichts passieren kann. Doch hin und wieder landet ein Ball nach einem Querschlag schon mal im Dickicht.“ Das es nun dort nicht mehr gibt.

 Jochen Offermanns ärgert sich über die Abholzung. 
Jochen Offermanns ärgert sich über die Abholzung.  Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Offermanns ärgert sich zudem, dass die Golfanlage mit ihrem aufwändig gepflegten Rasen nun von der Knipprater Straße her frei zugänglich ist, auch Zerstörungswütigen ausgesetzt sein könnte. Und zudem sei das etwa fünf Meter hohe Gestrüpp für die Golfspieler auch ein schöner Sichtschutz zur stark befahrenen Knipprather Straße gewesen. „Es ärgert mich außerdem“, so Offermanns, „dass wir von diesem für uns gravierenden Kahlschlag nicht informiert wurden.“

„Das müssen wir nicht und können es bei rund 700 Kilometer Streckenlänge in unserem Bereich auch nicht leisten“, entgegnete Sascha Mertens von der zuständigen Straßenmeisterei Solingen auf Anfrage unserer Zeitung. Dass das haushoch gewachsene Gestrüpp nun direkt über dem Boden zurückgeschnitten wird, sei ein übliches Verfahren. „Wir machen diese so genannte Läuterung überall in einem Abstand von zehn bis 15 Jahren, damit sich an den Sträuchern der Bewuchs verjüngt.“ Zweimal jährlich überprüften Experten zudem sämtliche Bäume – mal mit, mal ohne Laub. Wegen der Sicherheit seien neben Rückschnitten der Äste vereinzelt auch Fällungen geschädigter Bäume nötig. Wegen möglicher brütender Vögel müsse dies alles vor dem 1. März geschehen, sagt Mertens. Auch auf der anderen Seite der Knipprather Straße zwischen A59 und Eisenbahnbrücke werde in den kommenden Tagen die Motorsäge in gleicher Weise an Sträucher und Ahornbäume angesetzt. Dass für den Golfplatz nun die natürliche Barriere wegfällt, betrachtet Mertens nicht als seine eigene Angelegenheit. „Jeder Eigentümer muss sein eigenes Gelände so sichern, wie er es für nötig hält. Wir achten auf Verkehrssicherheit.“

Offermanns befriedigen diese Antworten  nicht. Ob er nun selber für einen hohen Zaun und Sichtschutz auf dem Golfplatz sorge, der zurzeit coronabedingt nicht bespielt werden darf? „Wir müssen uns jetzt sicher etwas überlegen“, sagt er.