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Langenfeld Golfer sind in Ausübung ihres Sports nicht beschränkt.

Langenfeld Golfplatz : Golfer dürfen weiter den Ball abschlagen

Anders als in vielen anderen Freizeitstätten und Sportanlagen läuft auf dem Golfplatz Am Katzberg der Betrieb weiter. Allerdings müssen die Frischluftfreunde strikte Hygieneregeln einhalten. In Corona-Zeiten ist der Individualsportler im Vorteil.

  Raus an die frische Luft gehen, die Herbstsonne genießen und sich ein bisschen bewegen – das geht auch unter den Bedingungen des aktuellen Corona-Lockdowns. Einer, den das besonders freut, ist Herbert Theisen. Zweimal in der Woche zieht es den 81-Jährigen hinaus zum Langenfelder Golfclub Am Katzberg. „Ich spiele einfach sehr gerne“, bekräftigt der Leichlinger, der seine Leidenschaft fürs Golfen vor über 25 Jahren entdeckte. „Ich hatte vorher Tennis gespielt und suchte nach einem Hobby, das man auch allein betreiben kann“, erzählt er, „und Golf gehört schließlich zu den Sportarten, die man in jedem Alter spielen kann.“

Das bestätigt auch Club-Geschäftsführerin Susanne Offermanns: „Wir haben viele über 80-Jährige und unser ältestes Mitglied ist 96“, berichtet sie – was nicht heißt, dass es nicht auch jüngere Menschen auf den Golfplatz ziehe. Die Nachfrage habe in den letzten Jahren angezogen, freut sich Offermanns. 450 Mitglieder hat der Club aktuell. Wie sich die Pandemie letztlich auf diese Zahl auswirke, lasse sich noch nicht abschließend bewerten. Einerseits gebe es Golfer, die ihre Mitgliedschaft wegen beruflicher und wirtschaftlicher Probleme in Zusammenhang mit der Corona-Krise gekündigt haben. Andere motiviere der Wegfall vieler anderer Freizeitmöglichkeiten womöglich, dazuzustoßen. „Die Bewegung im Freien stärkt ja auch das Immunsystem“, bekräftigt Offermanns. Mit Erleichterung empfing sie die Nachricht, dass sie die Anlage im alten Katzberger Schlosspark offen halten kann.

Zwar ist der „Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen“ laut Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen bis zum 30. November unzulässig – ein Umstand, der Betreibern von Fitnessstudios, Schwimmbädern und anderen Einrichtungen derzeit tiefe Sorgenfalten in die Stirn treibt. Davon ausgenommen ist jedoch ausdrücklich der „Individualsport allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes außerhalb geschlossener Räumlichkeiten von Sportanlagen“. Das trifft eben unter anderem auf Golfplätze zu – bedeutet aber natürlich nicht, dass es keine klaren Regeln gäbe: Der Spielbetrieb läuft nur zu einer fest gebuchten Startzeit und nach Meldung im Sekretariat. „Wir erfassen alle Spieler auch auf dem Übungsgelände und haben jeweils einen Ein- und Ausgang markiert“, erklärt Offermanns. So sei sichergestellt, dass man nur in eine Richtung gehe.

„Bummeln“ ist auf dem Platz nicht erlaubt, und wer seinen Ball aus dem Loch holt, darf den Flaggenstock nicht anfassen. „Wir achten genau darauf, dass sich alle an die Regeln halten“, betont Offermanns. „Wenn wir Hinweise bekommen, dass sich irgendwo Trauben bilden, gehen wir dem nach“, ergänzt zudem der Langenfelder Ordnungsamtsleiter Christian Benzrath. Der passionierte Golfspieler Herbert Theisen jedoch berichtet von sehr disziplinierten Mitspielern auf der Anlage an der Katzbergstraße. Geschlossen ist auf dem Gelände neben Umkleiden und Duschen wie andernorts auch die Gastronomie: Natürlich sei es schade, dass man nicht zusammensitzen könne, sagt Theisen, betont aber zugleich: „Ich bin froh, dass ich spielen kann.“