1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Langenfeld Gastronomie fordert höhere Minijob-Grenze

Fachkräftemangel : Gastronomie fordert Minijob-Angleichung

Für 450 Euro seien Aushilfen nur noch 47 bis 49 Stunden einsetzbar, sagt Dehoga-Kreischef Lohmann.

Der Fachkräftemangel ist auch im neuen Jahr eine der dringlichsten Herausforderungen für Gastronomen und Hoteliers. Darauf weist der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hin. Der Arbeitsmarkt sei „leergefegt“, geburtenschwache Jahrgänge und die zunehmende Akademisierung forderten ihren Tribut an Tisch, Topf und Tresen. Gastronomische Betriebe müssten deshalb  ihre Angebote anpassen, verkürzten Öffnungszeiten oder erhöhten die Zahl ihrer Ruhetage. Frank Lohmann, Dehoga-Vorsitzender der Kreisgruppe Mettmann aus Langenfeld, fordert deshalb gesetzliche Änderungen. „Dazu gehört zum Beispiel die Flexibilisierung der Arbeitszeit durch ein geändertes Arbeitszeitgesetz, aber auch die Anpassung der 450-Euro-Grenze für Minijobs an die generelle Lohnentwicklung“, sagt der Chef des Romantik-Hotels Gravenberg in Wiescheid.

Aufgrund des Arbeitskräftemangels werde es für die Branche immer wichtiger, Mitarbeiter punktgenau einsetzen zu können. „Wir wollen dabei keine Mehrarbeit für sie, aber wir brauchen flexiblere Arbeitszeiten, um den Nachfragewünschen unserer Gäste, den Wünschen unserer Mitarbeiter und den Anforderungen an unsere Betriebe besser nachkommen zu können. Deshalb ist die Änderung des Arbeitszeitgesetzes so wichtig“, unterstreicht Lohmann. Der Dehoga fordert seit langem, die Tageshöchstarbeitszeit durch eine Wochenhöchstarbeitszeit von bis zu 48 Stunden im Mittel zu ersetzen. Heute dürfen Mitarbeiter in der Gastronomie maximal zehn Stunden am Tag arbeiten.

  • Han Groot-Obbink, Dehoga-Vorsitzender im Kreis Kleve.
    Verband fordert Anhebung der Verdienstgrenze : Dehoga: Mehr Geld für Minijobs
  • Rudelgucken im Weseler Scala: Dieses Bild
    Kreis Wesel : Gastronomie zieht WM-Bilanz
  • Kreis Wesel : Dehoga kritisiert Regelungen im Koalitionsvertrag

Ein weiteres Problem für die Gastronomie: die 450-Euro-Grenze für Minijobs. Seit 2013 wurde der Betrag der allgemeinen Lohnentwicklung nicht mehr angepasst. Bedeutete bei Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015, dass eine Aushilfe noch rund 53 Stunden arbeiten konnte, sind es beim aktuellen Mindestlohn von 9,19 Euro nur noch knapp 49 Stunden, rechnet Lohmann vor. Legt man die unterste Tarifgruppe im Gastgewerbe NRW von 9,53 Euro zugrunde, fällt die Arbeitszeit sogar um zwei weitere Stunden auf 47. „Unsere Aushilfen würden gerne mehr verdienen, sie dürfen aber nicht“, ärgert sich der Dehoga-Kreischef. „Wir würden sie gerne mehr einsetzen, um unsere Arbeitsspitzen besser bewältigen zu können, können es aber nicht.“

(gut)