Langenfeld Fridays for Future Demo Klimaschutz

Langenfeld : 800 demonstrieren für den Klimaschutz

Fridays for Future: Die Langenfelder Stadtschülervertretung organisierte erstmals eine Kundgebung.

Die 16-jährige Greta Thunberg ist Mia Depaolis (10) großes Vorbild – und mit ihren blonden, geflochtenen Zöpfen sieht sie auch ein bisschen so aus wie die Schwedin, die seit August einmal in der Woche nicht zur Schule geht, sondern für den Klimaschutz streikt. Für Mia war es keine Frage, dass sie bei der ersten „Fridays-for-Future-Kundgebung“ in Langenfeld dabei ist. „Ihr setzt die Zukunft eurer Kinder aufs Spiel“, hat die Gesamtschülerin auf ein Plakat geschrieben Es zeigt eine weinende Erde. Mit ihr sind nach Schätzung von Felix Schimmel (19) und Till Wirtz (18) – Vorsitzende der organisierenden Stadtschülervertretung – rund 1000 Mädchen und Jungen der weiterführenden Schulen auf den Konrad-Adenauer-Platz gekommen. Wirtz ist von den vielen Menschen „beeindruckt und begeistert“. Die Menge wirkt von der Bühne aus riesig. Die Polizei spricht hingegen von 700 bis 800 Teilnehmern. „Eine relativ übersichtliche Zahl“, findet Hauptkommissar Michael Pütz. Für viele Jüngere ist es die erste Fridays-Demo. Einige Ältere waren bereits bei der großen Kundgebung Mitte März in Düsseldorf dabei.

Allein vom Konrad-Adenauer-Gymnasium kamen 20 Klassen und Kurse mit ihren Lehrern. Das sind rund 400 Schüler, etwa 40 Prozent, erläutert der Leiter Stephan Wippermann. Darunter sind auch Meike (15) und Katharina (14). Die beiden Neuntklässlerinnen finden: „Umweltschutz ist wichtig. Schließlich geht es um unsere Zukunft.“ Ein großes Stoffplakat haben Leon (12), Max (12) und Jonas (11) im Kunstunterricht entworfen. „Schützt endlich unsere Erde“ schrieben die Sechstklässer der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule darauf.

Auf der Bühne beginnen gegen 11.10 Uhr mit kurzer Verspätung die Redner. Sie werden klatschend, johlend und mit Rasseln begrüßt – erst zaghaft, dann immer lauter. Teilweise sind sie auf dem Platz kaum noch zu verstehen. So fordert Daniel Grimm (Gesamtschüler, Stufe 13) unter anderem die kostenlose Nutzung und den flächendeckenden Ausbau des Nahverkehrs. Karl-Wilhelm Bergfeld (BUND) wünscht sich, dass das Wahlalter auf 16 Jahre herabgesetzt wird, damit junge Menschen mitbestimmen können, was in der Politik passiert. Und der städtische Klimaschutzbeauftragte Jens Hecker betont, die Stadt engagiere sich seit zehn Jahren für den Umweltschutz und habe ein offenes Ohr für Fragen der Schüler.

Mias großes Vorbild ist die Schwedin Greta Thunberg. Foto: Petra czyperek/Petra Czyperek

Besser als die Reden kommen die Parolen an: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandieren die Organisatoren gemeinsam mit den Jugendlichen. „Bei Kohlestopp - hop - hop - hop“ wird es regelrecht sportlich: Sowohl die Sprecher auf de Bühne als auch das Publikum unten auf dem Platz hüpfen motiviert auf und ab.

 Auch Sigrid Saeger (65) unterstützt die Veranstaltung „als Oma“. „Die Politik und wir alle müssen mehr tun“, sagt sie. Die Mütter Svenja Winter (45) und Kirsten Kürpig (50) versuchen bereits im Alltag auf die Umwelt zu achten. „Wir lassen nicht unnötig das Licht brennen, und wir versuchen,  Lebensmittel zu meiden, die in Folie verpackt sind.“

Bevor die Schüler sich in den Demonstrationszug durch die Innenstadt einreihen, fordert Till Wirtz sie noch auf: „Lasst keinen Müll zurück!“ Sicher ist sicher.

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