Dreck-we-Tag in Langenfeld Familien machen Frühjahrsputz in Langfort

Langenfeld · Der Bürgerverein Langfort hat nun erstmals nach der Coronapause wieder zum Dreck-weg-Tag aufgerufen. Erfreulich für den Verein: Auch viele junge Leute haben sich beteiligt.

 Dreck-weg-Tag in Langfort: Svea (vorne) hat den blauen Beutel schon mit viel Unrat gefüllt. Sie gehört zum Unicef Junior Team.

Dreck-weg-Tag in Langfort: Svea (vorne) hat den blauen Beutel schon mit viel Unrat gefüllt. Sie gehört zum Unicef Junior Team.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Paul (5) lässt sich nicht davon abhalten, tief im blauen Müllsack zu wühlen, ehe er stolz seinen Fund hervorzieht: eine alte Jägermeister-Flasche, die er beim Dreck-weg-Tag des Langforter Bürgervereins aufgesammelt hat. Gefunden in der Nähe des Kinderspielplatzes. Paul ist mit seinen Eltern Stefanie und Rolf Gade, der  zweijährigen Schwester Clara und der Oma da. „Es ist nie zu früh, den Kindern Natur und Umweltschutz nahezubringen“, sagt die junge Mutter. Sie ist in Langfort aufgewachsen und „nie weg gewesen“. Es sei ihr ein Anliegen, ihren Ortsteil sauber zu halten, sagt sie.

Der Sonnenschein und die vielen anderen Familien, die mit ihren Kindern einsammeln, was andere achtlos auf die Straße und in den Wald geworfen haben, machen den Samstagmorgen zu einem Gemeinschaftserlebnis. Zweifelsohne hat Corona seine Spuren auf Langforts Straßen hinterlassen: Masken und Test-Zubehör gehören neben Zigarettenkippen und Hundekottüten zu den meist gefundenen Wegwerfartikeln. Angelika Kleyer versteht die Welt nicht: „Da liegt der Unrat auf der Straße, obwohl direkt daneben ein Mülleimer ist.“ Besonders Verkehrsinseln, Straßenrandgrün und Parkplätze bieten ein Sammelsurium an Unrat.

Svea, Lina, Ida, Franziska und Lucia vom Unicef-Junior-Team sind auch beim Dreck-weg-Tag mit gelben Westen und Greifzangen dabei. „Es ist einfach schön, etwas für die Umwelt zu tun“, sagt Svea (16). Auch sie und ihre Truppe haben viele Zigarettenkippen und sogar Feuerzeuge gefunden. „Es ist, als ob die Leute einfach alles aus dem Autofenster werfen“, sagt sie. „Ich verstehe das nicht.“ Frederik und Benedikt gehören auch zum Unicef-Junior-Team. „Wir haben vor Corona schon einmal mitgemacht“, berichtet Frederik. „Wir sind fast alle aus der Ecke hier.“

Martina Jülicher vom Schwimmverein Langenfeld wohnt zwar nicht in Langfort. „Ich fahre aber jeden Tag auf dem Weg zum Schwimmbad durch den Ortsteil und sehe den Müll“, sagt sie. „Deshalb habe ich gedacht, ich helfe mal beim Aufräumen.“ Sie freut sich sehr, „dass so viele junge Familien mit Kindern dabei sind.“ Letztlich sei der Nachwuchs es, der den fahrlässigen Umgang mit der Umwelt zu spüren bekomme. „Schön wäre es, wenn vielleicht beim nächsten Mal eine Schulklasse mitmachen würde“, schlägt sie vor.

  „Wir machen das schon seit über zwanzig Jahren“, erzählt Vorstandsmitglied Werner Mey, der die Dreck-weg-Aktion organisiert. Für die Teilnehmer hat er wie immer Werkzeug im Gepäck. Vierzig Zangen und jede Menge Müllsäcke vom Betriebshof. Außerdem einige grellgelbe Warnwesten mit einem Aufdruck des Bürgervereins. „So viele Leute, wie wir heute haben, hatten wir noch nie“, freut sich Vorstandsvorsitzender Frank Klarmann. Auch viele Jugendliche sind mit dabei, auch vom Naturschutzbund Nabu. Die SGL rief im Vorfeld ebenfalls zur Mithilfe auf. Das freut den Bürgerverein. „Wir wollen ein bisschen jünger werden“, sagt Klarmann. So möchte der Bürgerverein nicht nur die Themen „Umwelt- und Naturschutz“ stärker in den Fokus nehmen, sondern auch die Jugendlichen und Kinder. Die Dreck-weg-Aktion ist dafür sehr gut geeignet, denn das Thema „Müll“ ist generationsübergreifend. Von Kindern bis zu Senioren sind alle Generationen vertreten. Die vollen Müllsäcke werden an der Straße deponiert und am Ende von Werner Mey eingesammelt und im Anhänger zurück zu den Glascontainern am Gut Langfort gebracht. „Dort werden sie von der Stadt dann abgeholt“, sagt Frank Klarmann, „und vorschriftsmäßig entsorgt.“ 

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