Langenfeld Erlöserkirche wird zum Kunstraum

Lokale Kultur : Erlöserkirche wird zum Kunstraum

Wörter zwischen Himmel und Erde: Die Monheimerin Luda Liebe hat mit 20 Mitstreitern das Gotteshaus an der Hardt innen künstlerisch gestaltet.

Kurz nachdem die Kirchengemeinde aufsteht, befindet sich die Monheimer Künstlerin Luda Liebe schon fleißig im Gespräch mit ihren Gästen. Im Anschluss an den Gottesdienst hat sie in der Erlöserkirche an der Hardt ihre Ausstellung eröffnet. Sie trägt den Titel „Zwischen Himmel und Erde steht das Wort“ und ist das diesjährige Ergebnis des Projekts „KunsTraumKirche“ der evangelischen Kirchengemeinde Langenfeld.

Die Teilnehmer der Kunstaktion sieht Luda Liebe auf der Vernissage zum ersten Mal. Trotzdem kennt die Künstlerin ihre Teilnehmer schon sehr genau – nur eben auf eine andere Art und Weise. Luda Liebe hat den 20 Mitstreitern insgesamt 88 Begriffe aus dem Alltag vorgegeben, zu denen sie jeweils bis zu drei Assoziationen aufschreiben sollten. Auf selbstgeschossenen Fotos der Teilnehmer sind die Antworten jetzt in alphabetischer Reihenfolge in der Erlöserkirche zu sehen.

Für die abgebildeten Personen ist die Eröffnung der Ausstellung noch einmal ein neues Erlebnis. „Ich kannte zwar das Konzept der Aktion, das fertige Ergebnis zu sehen ist aber nochmal etwas ganz anderes“, staunt Ina von Häfen, die selbst auf einem der Kunstwerke zu sehen ist. „Gerade, dass die Bilder in einer Kirche hängen, finde ich schön“, fügt sie hinzu. „Das zeigt für mich, dass wir alle in unserer Verschiedenheit von Gott gewollt sind.“

Genau das möchte Luda Liebe mit ihrer Ausstellung hervorheben. „In unserem Alltag gibt es gravierende Unterschiede in der persönlichen Entwicklung verschiedener Menschen“, betont die Künstlerin. „Ich wollte jeden einzelnen Menschen als Schatz sichtbar machen. Und zwar mit seinem individuellen Wortschatz“. Abseits der Kunst arbeitet Luda Liebe auch als Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung und Führungskräfte. „Dabei beruht meine Methode auf der Bedeutung von Worten. Da ich auch schon viele Jahre in einer Galerie gearbeitet habe, wollte ich aus beiden Sachen ein Konzept machen“, beschreibt die Künstlerin ihre Idee. Für Pfarrer Andreas Pasquay hat Kunst einen herausragenden Stellenwert in der Kirche. „Kirche ist für mich Kunst und Kunst ist Kirche. Auch Kirche und Sprache sind etwas sehr ähnliches, weil beides unglaublich viel mit individueller Identität zu tun hat“, sagt Pasquay bezogen auf die diesjährige Ausstellung und lobt, wie die Werke den Betrachter mit ihrer Einzigartigkeit berühren.

Passend zu der Schau, die Einblicke in fremde Identitäten bietet, gestaltete das „Duo Unicum“ aus Litauen die musikalische Begleitung. Mit Zitter und Harfe füllten sie die Erlöserkirche mit sanften Klängen und sorgten für eine träumerische Atmosphäre.

Die Laudatio auf Luda Liebe hält Laura Töpfer, die nicht nur als Monheims stellvertretende Bürgermeisterin, sondern auch als eine enge Freundin der Künstlerin zur Vernissage gekommen ist. In ihrer biografischen Rede hält Töpfer fest: „Luda Liebe ist kein Mensch leerer Worte. Das, was sie macht, macht sie mit ganzem Herzen – zum Beispiel, Menschen als Gesamtkunstwerk zu zeigen“.

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