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Langenfeld Elisabeth Taylor Audrey Hepburn Hollywood im Stadtmuseum

Hingehen : Ein Hauch von Hollywood in Langenfeld

Braune Rehäuglein treffen auf saphirblaue Katzenaugen: Das Stadtmuseum zeigt 80 Bob-Willoughby-Fotografien von Audrey Hepburn und Liz Taylor.

Beide sind bis heute Ikonen der 50er und 60er Jahre. Wer den Namen Audrey Hepburn hört, denkt unweigerlich an eine grazile Frau im kleinen Schwarzen mit großen braunen Rehaugen, die mit Filmen wie „Frühstück bei Tiffany“, „Charade“ oder als Blumenverkäuferin in „My Fair Lady“ das Publikum verzauberte. Mit Liz Taylor verbinden Filmliebhaber und Fans hingegen eine der schönsten Frauen Hollywoods, die durch „Lassie“, „Giganten“, „Cleopatra“ und „Die Katze auf dem heiße Blechdach“ Ruhm erlangte und – besonders wegen ihrer insgesamt acht Ehen – zeitlebens im Gespräch der Öffentlichkeit blieb.

Doch beide Frauen waren mehr als Stilikonen oder Filmdiven. Das zeigen jetzt im Langenfelder Stadtmuseum rund 80 Fotografien des US-Amerikaners Bill Willoughby, der die Leinwandstars fast 16 Jahre lang hinter den Kulissen mit seiner Kamera begleitete. „Entstanden sind einzigartige Bilder, die uns mitnehmen auf eine Reise durch ein Kapitel der Filmgeschichte“, sagt Museumsleiterin Dr. Hella-Sabrina Lange. „Die Bilder bringen uns zwei Schauspielerinnen nah, die vieles verbindet, aber unterschiedlicher nicht hätten sein können. Sie haben einen entscheidenden Anteil am Entstehen von Mythen.“

 Liz Taylor
Liz Taylor Foto: RP/Bob Willoughby

Die Fotos zeigen mehr als nur den oberflächlichen Blick auf zwei Leinwandgöttinnen, die sich einreihen neben Greta Garbo, Grace Kelly oder Ava Gardner. Es sind mehrheitlich Schwarzweißbilder, die auf den ersten Blick glauben machen sollen, spontan als Momentaufnahme hinter den Kulissen entstanden zu sein. Schaut man genauer hin, offenbart sich eine inszenierte Fotokunst, die von Vertrauen und Nähe zu den Stars geprägt ist und dadurch neue Facetten der beiden Leinwandstars zeigt. Deren Karrieren wurden lange Zeit durch die Hollywoodfilmbosse und Medien in Filmen und auf Hochglanzmagazinen konstruiert. So sieht man auf den Bildern Audrey Hepburn privat im Gespräch mit ihrer Kostümbildnerin, lachend in einer Drehpause mit Kollegen oder beim liebevollen Spielen und Einkaufen mit einem Rehkitz im Supermarkt. Liz Taylor hingegen zeigt sich hinter den Kulissen mit ihrer Kollegin Marlene Dietrich im Gespräch, privat mit ihrem Sohn Christopher auf dem Schoß oder in dem Moment, als sie sich in einem Regenschauer während eines Drehs erfrischt.

Die Fotografien stammen aus der Sammlung von Peter Reichelt und Ina Brockmann aus Hamburg. Beide trafen Bob Willoughby persönlich in Südfrankreich, bevor er 2009 starb. „Willoughby war ein genialer Mensch und Menschenkenner“, sagt Brockmann. „Seine Bilder zeigen sein sensibles Interesse am Menschen. Es wird die Zwiesprache zwischen Fotograf und Schauspielerinnen auf den Bildern sichtbar. Die Bilder berühren, weil etwas beim Betrachten mit einem passiert.“ Zur Zeit ihrer Entstehung wurde Fotografie zum Massenphänomen. „Der Farbfilm sowie die Kleinbildkamera wurden entwickelt. Es war eine neue Ära der Inszenierung. Taylor und Hepburn gehen als Marken in die Geschichte ein“, unterstreicht Brockmann.

 Audrey Hepburn
Audrey Hepburn Foto: RP/Bob Willoughby

„Wird die eine als Inbegriff von Stil und Eleganz und als makellose Heilige verehrt, so wird die andere als schönste Frau Hollywoods gesehen und als glamouröse Göttin verehrt“, ergänzt Lange. Gegensätzlicher könnten Schauspielerinnen tatsächlich kaum sein. Und so werden sie vor verschiedenen Farbhintergründen auch im Museum präsentiert. Türkisblau für die zarte Elfe und pink für Elisabeth Taylor, die sich gerne mal divenhaft, erotisch-glamourös und eigenwillig zeigte.

Taylor, 1932 in Hampstead in London geboren und 2011 in Los Angeles gestorben, wurde schon früh auf ein Leben als Star vorbereitet. Mit drei tanzte sie Ballett vor der englischen Königsfamilie, 1939 siedelte sie mit ihrer Familie nach Amerika über, wo ihr Vater eine Kunstgalerie betrieb. 1942 spielte Liz Taylor das erste Mal in einer Komödie und ergatterte ein Jahr später eine Rolle in Lassie, mit der sie als Kinderstar berühmt wurde. 1950 fotografierte Bob Willoughby die damals 18-jährige Liz das erste Mal und begleitete sie fortan auf ihrem Weg zur Hollywood-Ikone.

 Audrey Hepburn
Audrey Hepburn Foto: RP/Bob Willoughby

Audrey Hepburn, 1929 als Tochter einer niederländischen Baronin und eines britisch-iranischen Bankiers geboren, entsprach nicht dem klassischen Bild einer Hollywood-Schönheit. Das grazile Erscheinungsbild der Balletttänzerin galt als Gegenentwurf zum bis dato existierenden Ideal à la Marilyn Monroe oder Sophia Loren. Und Hepburn etablierte einen neuen Frauentyp: schlank, nachdenklich-zurückhaltend, elegant und dennoch eigenwillig.

Auch wenn die beiden Stars im wirklichen Leben wenig verband, hatten sie eines gemeinsam: ihr Engagement für Kranke, Arme und Kinder. Liz Taylor engagierte sich bis zu ihrem Tod auf dem Gebiet der Aids-Forschung. Audrey Hepburn (gestorben 1993) engagierte sich unter anderem als Sonderbotschafterin des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen Unicef.