Langenfeld: Diesel in E10-Zapfsäule verärgert Tankstellen-Kunden

Langenfeld : Diesel in E10-Zapfsäule sorgt für Ärger bei Autofahrern

Diesel statt Benzin - zu dieser Verwechslung kam es an einer Tankstelle in Langenfeld. Nach Verbandsangaben sollen Sicherheitsvorkehrungen derartige Vorfälle verhindern. Der ADAC erklärt die Rechte von Betroffenen.

An einer Star-Tankstelle in Langenfeld hat sich eine folgenschwere Panne ereignet: Ein E10-Tank wurde dort mit Diesel befüllt. Das bestätigte das Mineralölunternehmen Orlen unserer Redaktion. Der Vorfall ereignete sich an der Tankstelle an der Richrather Straße nahe der Innenstadt.

Nach Angaben von Orlen hatte ein externer Lieferant die Zapfsäule am Freitagabend, 29. März, gegen 22 Uhr versehentlich falsch befüllt. „Die Spedition hat Diesel mit E10 verwechselt“, teilte Orlen mit. Der Pächter der Tankstelle wollte sich gegenüber unserer Redaktion nicht äußern.

Der Fehler war erst nach etwa zwei Tagen aufgefallen, als sich ein Kunde beschwerte. Daraufhin ließ der Betreiber der Tankstelle die betroffene Zapfsäule sperren. Sie wurde gereinigt und erst vier Tage später, am 3. April, wieder geöffnet. Außerdem wurden Autohäuser und Werkstätten in der Umgebung informiert.

Bislang haben sich 53 betroffene Kunden bei Orlen gemeldet, teilte das Unternehmen mit. „Unser Schadenmanagement unternimmt alles, um einen einfachen und schnellen Ablauf für die betroffenen Personen sicherzustellen“, heißt es in einer Mitteilung.

Nach Angaben des Zentralverbands des Tankstellengewerbes (ZTG) ereignen sich derartige Vorfälle sehr selten. „Trotzdem darf es nicht passieren. Es gibt Sicherheitsvorkehrungen, die das verhindern sollen“, erklärt ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner. Demnach wird beim Befüllen des Tanks unter der Zapfsäule zusätzlich zum Schlauch eine elektronische Verbindung angeschlossen. „Darüber läuft eine automatische Sorten-Erkennung, die Verwechslungen verhindern soll. Diese Technik haben jedoch nicht alle Spediteure.“

Laut ZTG haben Verwechslungen negative Auswirkungen für alle Beteiligten: „Für den Tankstellen-Betreiber ist es hochgradig aufwendig, weil er den kompletten Tank leerpumpen muss. Dann wird der Kraftstoff zurück zum Mineralölkonzern gebracht“, erläutert Ziegner.

Dass der Vorfall in Langenfeld erst nach zwei Tagen aufgefallen ist, erklärt Jürgen Ziegner mit dem „schweren Stand“ von E10: Das Benzin mit einem Anteil Bioethanol macht nach Zahlen von ZTG nur etwa 14 Prozent am Autokraftstoff-Markt aus.

Dennoch hätte es Experten zufolge schlimmer kommen können: „Die Verwechslung war Glück im Unglück“, sagt Christopher Köster, Pressesprecher des ADAC Nordrhein-Westfalen. Der falschgetankte Kraftstoff Diesel verursache Ruckeln und dass der Motor ausgehe und nicht wieder gestartet werden könne. Nur, wer vehement weiterversuche, den Motor zu starten, könne auch Schäden am Katalysator verursachen. „Im Normalfall entstehen aber keine bleibenden Schäden“, erklärt Köster. Das Auto solle demnach abgeschleppt und der Tank ausgepumpt werden; zudem müssen der Tank, die Treibstoffleitung sowie -Filter gereinigt werden.

Schlimmere Folgen hat eine Verwechslung andersherum: „Wird ein Diesel-Auto mit Benzin betankt, kann das zu einem Motorschaden führen“, sagt Köster. Generell gelte beim Falschtanken: Je mehr Kraftstoff, desto schlechter ist es für das Auto.

Kunden, die von dem Vorfall in Langenfeld betroffen sind, sollten sich an den Tankstellen-Betreiber wenden, rät der ADAC NRW. Rechtlich haftbar gemacht werde zwar der beliefernde Mineralölkonzern, doch der Kontakt laufe über den Pächter vor Ort. Mögliche Klagen bei Schäden am Auto hält Pressesprecher Christopher Köster allerdings nicht für aussichtsreich: „Die Beweisbarkeit ist sehr schwierig. Es muss bewiesen werden, dass man zur betroffen Uhrzeit an der betroffenen Tankstelle getankt hat und dass der Schaden ausschließlich vom falschen Kraftstoff kommt. Theoretisch kann man zehn Minuten danach an einer anderen Tankstelle falsch getankt haben.“ Laut ADAC handelt es sich in diesem Bereich um Fälle, die individuell geprüft werden müssen.