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Langenfeld Die Schranke am Bahnübergang an der Kaiserstraße wird manuell bedient.

Langenfeld Bahnübergang : Bahnübergang wird manuell gesichert

Die Schranke am Bahnübergang an der Kaiserstraße wurde in den letzten Wochen manuell bewegt, von sogenannten Bahnübergangsposten (BÜP). Die Mitarbeiter der Deutschen Bahn arbeiten im 24-Stunden-Schichtdienst. Der verantwortungsvolle Job erfordert hohe Konzentration.

  In die Vergangenheit zurück katapultiert fühlten sich wohl einige Verkehrsteilnehmer, die in den vergangenen Wochen am Bahnübergang an der Kaiserstraße vorbeifuhren. Statt wie gewohnt digital aus der Ferne gesteuert, wurde die Schranke manuell bewegt, von sogenannten Bahnübergangsposten (BÜP), Mitarbeitern der Deutschen Bahn im 24-Stunden-Schichtdienst. Für die Bahn ein gewöhnliches Prozedere bei Instandsetzungsarbeiten der Gleise. Für Außenstehende ein mehr als außergewöhnliches Bild.

Mindestens drei bis viermal die Stunde saust ein Zug durch Langenfeld. Zählt man Güterzüge hinzu, dann deutlich häufiger und das – je nach Modell – mit einer Geschwindigkeit von 100 oder 200 Stundenkilometern. Gefährlich vor allem dort, wo die Gleise Straßen kreuzen, wie etwa an der Kaiserstraße.

Hier sorgt normalerweise eine digitalgesteuerte Schranke für Sicherheit: Ist ein Zug in Anfahrt, erhält das System das Signal, die Schranke am Bahnübergang zu schließen, damit keine Verkehrsteilnehmer mehr die Gleise passieren können. Ist der Zug vorbei, öffnet sich die Schranke wieder und der Verkehr fließt normal weiter.

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Zuletzt allerdings lag die Sicherheit in menschlicher Hand: Aufmerksamen Verkehrsteilnehmern fiel in unmittelbarer Nähe zum Bahnübergang an der Kaiserstraße ein Auto auf, aus dem in regelmäßigen Abständen ein Mann stieg, um die Schranke händisch zu schließen und wieder zu öffnen. Steht er da den ganzen Tag? Welch langweiliger Job, haben dabei sicherlich einige gedacht. Dabei verlangt diese Arbeit eine hohe Konzentration und Aufmerksamkeit, berichtet eine Bahnsprecherin.

Eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn ein Bahnübergangsposten übernimmt die wichtige Funktion der Sicherung: „Telefonisch informiert der Fahrdienstleiter den Kollegen vor Ort über die Anfahrt eines Zuges. Der BÜP hat dann die Aufgabe, die Schranke zu schließen und das Signal, das etwa 100 Meter vor dem Übergang steht, umzustellen“, erklärt die Bahnsprecherin. „Stellt er das Signal nicht um, wird der Zug abgebremst.“ Die Gleise werden blockiert, der Zeitplan gerät ins Stocken. Daher muss die Sicherung auch mit menschlichem Zutun wie ein Schweizer Uhrwerk funktionieren. Die Kollegen vor Ort können sich keine Ablenkung erlauben und müssen ständig erreichbar sein.

Theoretisch, erklärt die Bahnsprecherin, könnte jeder Bahnmitarbeiter diese Tätigkeit ausüben. Häufig werden aber auch Externe engagiert. Denn es kommt gar nicht so selten vor, dass Bahnübergangsposten bei Baustellenarbeiten am Gleis oder technischen Defekten der Sicherungsanlage eingesetzt werden. Manchmal sind sie dann nur für wenige Stunden am Übergang, manchmal dauert es, wie in Langenfeld mehrere Wochen. Gearbeitet wird dabei im 24 Stunden-Schichtbetrieb, denn auch über Nacht müssen die Gleise gesichert sein.

„In eher ländlichen Orten, die nicht so stark befahren sind, kommt es auch mal vor, dass der Bahnübergang nicht von einem BÜP gesichert ist. Da müssen dann die Züge zeitig abbremsen und tuckern dann hupend und in Schrittgeschwindigkeit über den Bahnübergang“, erklärt die Sprecherin.