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Langenfeld - Die Kitas passen sich flexibel den Bedarfen der Eltern an.

Langenfeld/Monheim : Über 40 Prozent der Kita-Kinder in Betreuung

Die Kindertagesstätten passen sich sehr flexibel an die Bedarfe der Eltern an. Ein neuer Infektionsfall in einer Langenfelder Kita.

Menschen, die Kinder betreuen und erziehen, sind laut einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK am stärksten von einer Erkrankung durch Covid 19 betroffen – sogar mehr als Ärzte und Pfleger. In Langenfeld sind jetzt aktuell die Erzieherinnen und 19 Kinder zweier Gruppen der Kindertagesstätte „KiKu Villa Kunterbunt“ in eine Kontaktquarantäne geschickt worden, nachdem ein Kind positiv getestet wurde. In den Kitas herrscht derzeit ein eingeschränkter Regelbetrieb, Familienminister Stamp hat jüngst seinen Appell erneuert, „die Kindertagesbetreuungsangebote nur dann zu nutzen, wenn es unbedingt erforderlich ist.“ In der vergangenen Woche betrug die Belegungsquote in den zwölf städtischen Einrichtungen 30 bis 66 Prozent, also im Schnitt 41 Prozent, berichtet Abteilungsleiter Carsten Lüdorf. „Tendenz steigend.“ Je länger der Lockdown anhalte, desto schwieriger sei es offenbar, die Betreuung der Kinder anders zu organisieren. „Ich finde, die Eltern gehen recht verantwortungsvoll mit ihrer Wahlfreiheit um“, sagt Colette Schweitzer, Leiterin der städtischen Kita Götscher Weg. Viele brächten ihre Kinder nur tageweise, die Kita richte sich flexibel auf die Nachfrage ein. Die Dienstpläne würden nach den wochenweise vereinbarten Betreuungzeiten erstellt.

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Mehr als die Hälfte der Kinder werden derzeit auch in der katholischen Kita St. Josef betreut. Kita-Leiterin Birgit Erven schätzt das Ansteckungsrisiko als beherrschbar ein: „Gegenüber den Eltern und unter den Erzieherinnen herrscht Maskenpflicht, also eigentlich immer, sobald man den Gruppenraum verlässt.“ Da sie sich viel in der Einrichtung bewege, trage sie immer Maske. Die Eltern dürfen ihre Kinder nur bis zur Tür bringen. Die Gruppen blieben für sich, gruppen- übergreifende Angebote wurden ausgesetzt. Sogar der Außenbereich sei in Spielzonen aufgeteilt, die Benutzung durch die Gruppen rotiere.

In der katholischen Kita St. Paulus sind sogar 70 Prozent der Kinder da, berichtet ihr Leiter Gregor Heidkamp. Innerhalb der Gruppen sollten die Erzieherinnen aus pädagogischen Gründen keine Maske tragen. „Hier kommt es sehr auf die Mimik an, allein zur Sprachmitteilung müssten Kinder auch die Mundbewegungen sehen können.“ Ältere Erzieherinnen, die mögliche Risiken tragen, dürften nach Absprache auch im Homeoffice arbeiten und etwa die aufwändige Bildungsdokumentation erledigen. Grundsätzlich begrüßt er die Öffnung der Kitas: „Nach dem ersten Lockdown hat man gemerkt, dass es den Kindern an sozialen Kontakten mangelte und sie mehr Zeit mit elektronischen Medien verbrachten.“

In Monheim liegt die Betreuungsquote bei durchschnittlich 43 Prozent. „Das reicht von 20 bis 70 Prozent, je nach Kita“, sagt Fachbereichsleiterin Simone Feldmann. „Für unsere Träger war klar, dass wir jedes Kind willkommen heißen und den Eltern kein schlechtes Gewissen machen.“ Die Kitas seien auch unentbehrlich, um gerade solche Eltern zu unterstützen, die sich in besonderen Belastungssituationen befinden – zum Wohle des Kindes.