Langenfeld Der zerstörte Biotop an der A 3 wird durch Mahdgutübertragung wieder begrünt.

Langenfeld : Neue Orchideen kommen aus Haan

Das zerstörte Biotop an der A 3 wird durch Mahdgutübertragung begrünt.

Ein halbes Jahr nach der illegalen Rodung einer Fläche im Landschaftsschutzgebiet an der A 3 in Wiescheid haben jetzt die Arbeiten zur Wiederherstellung des zerstörten Biotops begonnen. Eine vom Landesbetrieb Straßen NRW beauftragte Baufirma hatte im Februar die etwa ein Hektar große Fläche am Winkelsweg gerodet, um einen Lagerplatz einzurichten, ohne dafür beim Kreis Mettmann eine Genehmigung einzuholen.

Die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Mettmann nimmt die Renaturierungsarbeiten für den Landesbetrieb Straßen vor – und dieser zahlt, berichtet Klaus Adolphy, Leiter der Abteilung Ökologie und Landschaftsplanung. Kosten: rund 40.000 Euro. Die behördlichen Umweltschützer setzen dabei auf Selbstbegrünung, wobei sie der Natur etwas Nachhilfe geben. „In den nächsten zwei Wochen wollen wir dort Mahdgut aus dem Naturschutzgebiet Spörkelnbruch in Haan aufbringen“, so Adolphy. Darin befinden sich dann mutmaßlich auch Samen des Gefleckten Knabenkrautes, jener Orchideenart also, die durch das Biotop besonders geschützt werden sollte. „Wir hoffen dann, dass einige Pflanzen anfangen zu keimen, denn Orchideen sind schwierig anzusiedeln“, so Adolphy. Zum Pflanzwachstum bedürfe es eines besonderen Pilzes, mit dem die Orchidee in Symbiose lebe. Der Pilz sorge dabei für die Nährstoffzufuhr. Die Mahdgutübertragung soll die nächsten zwei bis drei Jahre fortgeführt werden, in der Hoffnung, dass auch der Pilz mit auf die Reise geht.

Um die Fläche für die Mulchschicht vorzubereiten, hatte besagte Baufirma die Zufahrt zurückgebaut und den Boden begradigt. Nach Informationen von Förster Karl Zimmermann hatte die Baufirma gut 100 Bäume gefällt. 40 bis 50 Jahre alt sei der Bestand gewesen, sagt Zimmermann. Er werde die Fläche mit Erlen, Eichen und Hainbuchen wieder aufforsten. Ein Altholzstapel, ein Relikt der unerlaubten Rodung, soll dort liegenbleiben, um Holz bewohnenden Bockkäfern und Insekten Nistmöglichkeiten zu bieten. „Diese Gänge werden dann von Wildbienen für ihren Nachwuchs genutzt“, so der Förster. Die weichen Larven, Maden und Eier wiederum stehen auf dem Speiseplan vieler Singvögel als Babykost für ihre Jungtiere. Der Totholzstapel böte zudem Verstecke für Kröten und Frösche.

Mehr von RP ONLINE