Langenfeld Der Winter kommt: Städte sind ganz auf Eiszeit eingestellt

Schnee und Eis : Betriebshöfe sind auf Eiszeit vorbereitet

Die Winterdienste haben ihre Kräfte in Rufbereitschaft versetzt. Zugefrorene Gewässer sollten nicht betreten werden.

Am Wochenende war noch mal Wakeboarden angesagt, jetzt ist es damit auf dem Wasserski-See in Berghausen erst einmal vorbei. „Es hat sich eine dünne Eisschicht bei uns gebildet“, berichtet Anlagen-Betreiber Florian Süß. Er warnt aber, sie zu betreten: „Dafür ist das Eis viel zu dünn. Unsere Tore sind auch geschlossen – damit niemand erst auf die Idee kommt.“

Für tragfähiges Eis müsse es noch viel länger Frost geben. „Das war das letzte Mal vor gut einem Jahrzehnt der Fall“, erinnert sich der Langenfelder. Grundsätzlich warnen aber die Behörden, zugefrorene Baggerseen überhaupt zu betreten: „Lebensgefahr“, heißt es allerorten im Kreis Mettmann.

Die städtischen Betriebshöfe sind nach eigenen Angaben gut vorbereitet auf die möglicherweise lang anhaltende Kältewelle. So stellt die Stadt Ratingen den Mitarbeitern der Abfallentsorgung spezielle Winterkleidung zur Verfügung, also Winterjacken, Winterhandschuhe, Mützen und zusätzliche Fleecejacken. Aus Sicht der Stadt sind die niedrigen Temperaturen angesichts der Tatsache, dass sich die Kollegen viel bewegen, eher das kleinere Problem. Die Glätte auf Straßen, Fußwegen und Stellplätzen sei gefährlich.

„Wenn das Wetter umschlägt und Schneefall mit Glätte kommt, werden unsere Winterdienstmitarbeiter sofort in Rufbereitschaft versetzt, um die Straßen von Schnee und Eis zu befreien – wenn nötig im Dauereinsatz. Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer hat dabei höchste Priorität“, informiert das Amt für Kommunale Dienste. Das regelmäßige Einholen von Wetterdaten gehört derzeit zu den täglichen Aufgaben des Amtes.

Dazu zählt auch der Winterdienst an Haltestellen für öffentliche Verkehrsmittel und für Schulbusse. In jeweils zwei Schichten sind die Mitarbeiter mit vier Lkw (zweiachsige 18-Tonner), einem Multicar und einem Unimog unterwegs, um Sole und Salz zu streuen. Hinzu kommen zehn Pritschenwagen für Mitarbeiter, die per Hand Salz streuen – dort, wo die großen Fahrzeuge nicht zum Einsatz gelangen können.

Auch die Feuerwehr Haan hat sich auf die Kältewelle vorbereitet – und geübt, wie eine Person über eine Eisfläche gerettet werden muss. Der Freizeitpark Ittertal hat seine Eisfläche für eine Übung zur Verfügung gestellt. „Die Übung hat sehr gut geklappt, haben Kollegen berichtet“, sagt Mirko Braunheim, stellvertretender Wehrleiter: „Ich bin seit 30 Jahren bei der Feuerwehr Haan und habe die Rettung einer Person aus dem Eis noch nie erlebt – zum Glück.“

Wenn die Feuerwehrschläuche bei diesen Minus-Graden zu lange liegen und das Wasser nicht läuft, könne das Löschwasser unter Umständen gefrieren. Das könne mit dem Beimischen von Löschschaum verhindert werden. Oder das Löschwasser wird in Fluss gehalten – natürlich nur dann, wenn dadurch niemand geschädigt wird.

Bei starkem Frost kann es vorkommen, dass der Inhalt von Abfallgefäßen, insbesondere von Biotonnen mit feuchten Bioabfällen fest friert und die Gefäße sich nicht oder nur teilweise entleeren lassen.

Darauf weist Hildens Abfallberater Frank Berndt hin: „Werden die Gefäße zu stark am Müllfahrzeug geschüttelt, besteht die Gefahr, dass sie platzen.“ Die Bürger könnten mithelfen, das zu verhindern. Wo möglich, sollte die Biotonne in Garage, Schuppen oder Keller abgestellt und erst am Morgen der Abholung herausstellt werden.

Wenn feuchte Abfällen in Zeitungspapier eingepackt werden, frieren sie nicht so schnell fest. Nicht vollständig geleerte Biotonnen könnten aufgrund der engen Tourplanung nicht nachgeleert werden.

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