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Langenfeld Der Kampf der Immigrather gegen eine Hochstraße

Serie Krisen und Katastrophen ... und was daraus wurde : Der Kampf der Immigrather gegen eine Hochstraße

Dass der Ortsteil einen Tunnel hat, ist keine Selbstverständlichkeit.

Wendt Gustav Scheffels war 17, als das Immigrather Bahnunglück geschah. „Ich habe die Martinshörner noch gehört, musste dann aber zur Schule nach Leverkusen“, erinnert sich der inzwischen 76-Jährige an jenen Dienstagmorgen Ende August 1961, als fast vor seiner Haustür fünf junge Menschen getötet wurden. Der damalige Unterprimaner und heutige Bauunternehmer wohnt immer noch am Immigrather Platz. Ihm und seinen Mitstreitern von der Gemeinschaft Immigrather Geschäfte (GIG), seit 1990 Aktion Immigrather Bürger (AIB), ist es zu verdanken, dass die richtige Lösung für das Bahnübergangsproblem gefunden wurde: ein Tunnel statt, wie zunächst vorgesehen, eine Stelzenstraße über die Gleise hinweg.

„Bundesbahn und Landschaftsverband hätten uns dieses hunderte Meter lange und bis zu elf Meter hohe Monstrum gerne vor die Nase gesetzt“, erzählt Scheffels von den Planungen in den 60er und 70er Jahren. „Weil ein Tunnel um gut das Dreifache teurer war, hieß es von offizieller Seite: Eine Unterführung ist nicht machbar.“ War sie aber doch, wie die GIG ab Mitte der 70er Jahre durch unabhängige Gutachter bewies. „Außerdem führten wir mit einem selbstgefertigten Modellsegment vor aller Augen, was die Hochstraße für Immigrath bedeutet hätte: ein Desaster für die Aufenthaltsqualität, für Anwohner wie Einzelhändler.“ Ergebnis: 1981 entschied sich der Stadtrat für eine Tunnellösung, 1994 wurde der Tunnel eröffnet.