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Langenfeld Corona: Zwei neue Verdachtsfälle in Langenfeld

Unter Quarantäne : Corona: Entwarnung für zwei neue Verdachtsfälle in Langenfeld

Ein Langenfelder Ehepaar, das in Italien Urlaub machte, zeigte laut Kreis „geringe Symptome“ einer möglichen Ansteckung. Am frühen Sonntagabend folgte Entwarnung.

In Langenfeld gab es am Wochenende zwei neue Corona-Verdachtsfälle. Der Kreis Mettmann ordnete häusliche Quarantäne für ein Ehepaar an, das in Italien Urlaub machte und „geringe Symptome“ zeigte. Dies teilte die Stadt Langenfeld am Samstag mit. Am frühen Sonntagabend dann Entwarnung: Der Verdacht habe sich nicht bestätigt, so die Kreisverwaltung. Nach deren Angaben waren keine Kinder betroffen. „Aus diesem Grund werden aktuell keine Maßnahmen in Kitas oder Schulen getroffen“, erklärte Stadtsprecher Andreas Voss. Der neue Fall weist Parallelen zum ersten Corona-Alarm in Langenfeld auf: Vorigen Dienstag hatte der Kreis mitgeteilt, bei einer Langenfelderin seien nach Rückkehr aus einem Urlaub in der Lombardei klinische Symptome aufgetreten. Gemeinsam mit ihrem Mann stand die Frau zu Hause unter medizinischer Beobachtung – bis die Ärzte tags darauf Entwarnung gaben. Der Corana-Verdacht hatte sich nicht bestätigt.

Die Verbindung zu Norditalien, das in Europa von der Pandemie am stärksten betroffen ist, war es auch, welche die Richrather Bettine-von-Armin-Gesamtschule am Donnerstag veranlasste, ein für den 26. März geplantes internationales Forum abzusagen. An dem Projekt hätten auch Gäste aus Desenzano (Gardasee) teilnehmen sollen. Die Regierung in Rom hat für die nördlichen Regionen ein Ein- und Ausreiseverbot verhängt. Bis zum Wochenende zählte Italien rund 5900 nachgewiesene Infektionen und mehr als 230 Todesopfer. Zum Vergleich: In Deutschland gab es laut Robert-Koch-Institut bis Sonntagmorgen 847 registrierte Corona-Infektionen, mit Schwerpunkt in NRW (392) und hier besonders im Kreis Heinsberg (mehr als 200). Ein Todesfall wurde bis zu diesem Zeitpunkt in Deutschland noch nicht gemeldet.

Im Kreis Mettmann stieg die Zahl der Infizierten am Wochenende um vier auf sechs, allesamt in Erkrath. Vier Erkrather, die Kontakt zu einer bereits erkrankten Person hatten, seien positiv auf das Corona-Virus getestet worden, teilte die Kreisverwaltung am Samstag mit. Bis Sonntagnachmittag wurden laut Pressesprecherin Daniela Hitzemann keine neuen Erkrankungen festgestellt. Allerdings hatte sich die Zahl der Verdachtsfälle um sechs auf 13 erhöht (um drei in Erkrath auf fünf, einen in Mettmann und zwei in Heiligenhaus). Bei zwei Erkrathern und einem Ratinger gab es aber am Sonntag Entwarnung, so dass am Abend acht Verdachtsfälle übrig blieben. Zu Schließungen von Kitas oder Schulen kam es im Kreis Mettmann bislang nicht – mit einer Ausnahme: In Ratingen blieb die Helen-Keller-Förderschule am Freitag vorsorglich geschlossen. Der Infektionsverdacht bei einer Schülerin wurde laut Hitzemann jedoch nicht bestätigt, so dass die Schule am Montag wieder öffnet.

Zentraler Anlaufpunkt im Kreis Mettmann ist das Corona-Diagnosezentrum auf dem Gelände des Evangelischen Krankenhauses in Mettmann. Ärzte wie Johannes Podlinski, Vorsitzender der Kreisstelle der kassenärztlichen Vereinigung, mahnen weiter zur Vorsicht, warnen aber zugleich vor Panik oder Hysterie. „Für die meisten Menschen ist diese Krankheit nicht gefährlich“, betont der Ratinger. Für den Laien seien die Corona-Symptome von einer normalen Influenza nicht zu unterscheiden.

Alle Anfragen rund um das Virus sowie auftretende Symptome werden wochentags von 8 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 14 Uhr vom Service-Telefon des Kreises unter der Rufnummer 02104 993535 beantwortet. Anhand der vom Robert-Koch-Institut definierten Kriterien – Symptome, Aufenthalt in einem Risikogebiet, Kontakt zu einer nachgewiesen infizierten Person – ermitteln die Mitarbeiter des Service-Telefons auch, ob ein klärungsbedürftiger Verdachtsfall wahrscheinlich ist und ob weitere Diagnosen nötig sind.