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Langenfeld Corona Kein Besuch auf Stationen der  LVR-Klinik

Corona-Krise : „Kein Besuch auf Stationen der LVR-Klinik“

Corona-Krise schränkt Abläufe der Langenfelder Psychiatrie ein. Klinik-Chef Höhmann gibt Einblick.

Unter erschwerten Bedingungen arbeitet in der Corona-Krise auch die psychiatrische LVR-Klinik an der Kölner Straße 82. Holger Höhmann ist Chef der Langenfelder Klinik mit etwa 1080 Beschäftigten. Sie hat 364 vollstationäre und 99 teilstationäre Plätze, 20 Reha-Plätze, 16 für Wahlleistung und 180 Betten für Forensik.

Wie wirken sich aktuell Corona-Krise und Einschränkungen auf die allgemeinen Abläufe aus?

Holger Höhmann (r.) leitet die LVR-Klinik. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Holger Höhmann Wir befolgen sehr strenge Hygienemaßnahmen. Für infizierte Patienten etwa nach Neuaufnahmen halten wir eine Quarantänestation vor. Mitarbeitende, die nicht mit Patienten arbeiten – etwa in der Verwaltung – und deren Aufgaben von zu Hause aus zu erledigen sind, befinden sich zum Teil im Home Office. Die Kommunikation erfolgt, sofern möglich, überwiegend digital; zum Beispiel durch Videokonferenzen. Für Treffen gilt ein Mindestabstand von 1,50 Meter. Wir stimmen uns eng mit der Langenfelder Stadtverwaltung ab.

In welchen Bereichen weichen die Abläufe vom normalen Klinikalltag besonders ab?

Höhmann Entsprechend der Vorgaben des Robert-Koch-Instituts empfangen die Patienten – außer in medizinisch begründeten Notfällen – keinen Besuch mehr auf der Station. Und sie sind gebeten, das Klinikgelände nicht zu verlassen. Die Ambulanzen behandeln weiter Patienten; doch zur Minimierung der Ansteckungsgefahr so weit wie medizinisch möglich telefonisch oder telemedizinisch. In Notfällen werden persönliche Termine vereinbart. Auch die Tageskliniken behandeln weiter unter entsprechenden hygienischen Vorkehrungen. Ambulanzen, Tageskliniken und Aufnahme sind telefonisch erreichbar.

Und wie halten Sie es mit der Cafeteria auf dem Klinikgelände?

Höhmann Die Cafeteria bleibt für Besucher und Patienten geschlossen. Sie öffnet mittags ausschließlich für Mitarbeitende unter sehr strengen hygienischen Vorkehrungen. Dazu gehören Einzelplätze und die Dokumentation der Namen.

Gibt es bei der LVR-Klinik noch Gruppenangebote?

Höhmann Keine stationsübergreifenden und ambulanten Gruppen mehr. Auf den Stationen gibt es noch kleinste Gruppen mit Hygiene- und Abstandsregelungen.

Gibt es einen besonderen Schutz für Ärzte und Pflegekräfte?

Höhmann Wir haben für alle Mitarbeitenden, die zu vielen Patienten Kontakt haben, entsprechende Maßnahmen vorgesehen. Mundschutz und Schutzkleidung sind vorhanden. Zudem sind für hochfrequentierte Bereiche wie Ambulanzanmeldung und Aufnahme Schutzschilde in Prüfung. Müsste die Quarantänestation belegt werden, setzen wir dort die vom Robert-Koch-Institut geforderten Dinge um. Dazu gehören Schutzvisiere und virenundurchlässige Kittel.

Wie verfahren Sie mit Patienten, die etwa mit schwerer Psychose Abstandsbeschränkungen nicht verstehen oder die uneinsichtig sind?

Höhmann Wir weisen Patienten immer wieder darauf hin und fordern sie zu angemessenem Verhalten auf. Bisher zeigen unsere Patienten großes Verständnis und Einsicht. Wäre das trotz Überzeugungsversuchen nicht der Fall, müssten Uneinsichtige über eine richterliche Genehmigung isoliert werden.