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Langenfeld: CNBC zu Dreharbeiten in der Edelstahlgießerei Schmees​

Dreharbeiten in der Edelstahlgießerei Schmees : CNBC sendet live aus Langenfeld

Erdgas oder nicht: Diese Frage stellte sich das US-Fernsehteam von CNBC in Langenfeld bei der Edelstahlgießerei Schmees. Siebenmal sendete das Team um Anchorman Brian Sullivan am Mittwoch ihre kurzen Stücke live in die USA.

Der US-Verbrauchernachrichten- und Wirtschaftskanal, CNBC (Consumer News and Business Channel), sendete am Mittwochmorgen live aus Langenfeld. Kameramann Oscar Molina hatte sich bereits um kurz nach 9 Uhr an einem möglichen Drehort, nahe dem Gießofen in der Edelstahlgießerei, Schmees Cast am Rudolf-Diesel-Weg, positioniert. Über 40 Grad Celsius herrschen hier überall, am Ofen ist es noch entsprechend heißer. Das Licht ist wenige Minuten später überprüft und die Ausrüstung gecheckt. Tobias Bohn, Vertriebsmitarbeiter, bringt ihm eine Kabeltrommel, um die Akkus des Equipments zu entlasten.

Über Telefon mit acht bis zehnfacher Leistung eines normalen Handys wird das dreiköpfige US-Team sieben Beiträge direkt in die New Yorker Zentrale senden. Dort ist dann noch sehr früher Morgen, der Zeitunterschied beträgt sechs Stunden.

Kurz vor der ersten Schalte trifft Harriet Taylor (Journalistin und Feldproduzentin) ein, spricht mit dem Kameramann, checkt ihre Mails, schaut auf den Produktionsplan. Gut behelmt erscheint kurz danach auch Moderator Sullivan, der am Vortag 51 Jahre alt geworden ist. Er spricht mit dem Studio, während der Kameramann sich entscheidet, den Standort zu wechseln. Er positioniert den Anchorman rund zehn Meter von einem Feuer im Hintergrund entfernt. Während Molina den Moderator an die richtige Stelle bugsiert, nimmt Taylor den Kopfhörer und setzt ihn dem Kameramann auf.

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Dann legt Sullivan los, berichtet über die hart arbeitenden Männer in der Gießerei und der Abhängigkeit der viertgrößten Industrienation vom russischen Gas. Er spricht über die Auswirkungen eines möglichen weiteren Ausfalls von Nord-Stream I, der größten Erdgasleitung nach Deutschland, und erläutert die vier möglichen Szenarien. Ab Donnerstag fließt wieder die volle Menge nach Europa. Als zweite Möglichkeit nennt er die halbierte Leistung. Das dritte Szenario schildert er als ein Pokerspiel Putins, der Gaslieferungen anbietet, aber nicht sofort. Das vierte Szenario sei der Stopp der Gaslieferungen.

Das hat Putin in der Nacht zu Mittwoch bereits ausgeschlossen. Aber er kündigt an, dass nur 30 Prozent der normalen Menge in Deutschland ankomme, weil die reparierte Turbine noch nicht installiert sei. Putin fordert wegen der Wartungsarbeiten Deutschland auf, die neue Leitung Nord Stream 2 in Betrieb zu nehmen.

Nach zweieinhalb Minuten ist die erste Schalte von Langenfeld in die USA beendet. Kurz danach folgt ein weiteres Stück. Während der wenigen Minuten Pause bis zur nächsten Übertragung labt sich das Team am kalten Wasser, das die Firma Schmees ihnen stellt. „Ich weiß nicht, wo uns die Redaktionsleitung nach dem Dreh hier in Langenfeld als Nächstes hinschickt“, erzählt Sullivan. Offen sei, ob sie zum Endpunkt der Pipeline in Lubmin nahe Greifswald fahren, wo das Nord Stream-Zwillingsleitungssystem nach 1224 Kilometern aus Russland ankommt. Möglicherweise führt sie ihr Weg auch nach Brunsbüttel am Nord-Ostseekanal, um sich über die Bauarbeiten des Flüssiggasterminals und der Pipeline zu informieren. Vielleicht suchen sie aber auch noch nach O-Tönen von anderen Wirtschaftsmanagern.

 Bereits am Dienstagmorgen landete das dreiköpfige Team des Senders mit Moderator Brian Sullivan, Harriet Taylor und Kameramann Oscar Molina auf dem Frankfurter Flughafen. Sie wollen wissen, wie sich die mögliche Erdgaskrise ab Donnerstag, 21. Juli, auf die Gießerei mit ihrem hohen Erdgasbedarf auswirkt. Schmees gerät ins Blickfeld des Senders, weil die New York Times aufgrund eines RP-Berichtes über das Langenfelder Unternehmen geschrieben hatte (im Internet unter den Stichworten Schmees New York Times zu finden).

Das Team sucht am Dienstagvormittag nach den besten Drehorten auf dem Firmengelände und macht Interviews mit Tobias Bohn vom Vertrieb. Ein möglicher Erdgasstopp könnte Deutschland besonders hart treffen, meint der Wirtschaftsjournalist Sullivan. Er verweist auf die Kursabstürze großer deutscher Unternehmen in den vergangenen Tagen. Der sieht für einen Amerikaner dramatisch aus, im Fünf-Jahresvergleich relativiert sich die Kursschwäche aber.

Nach wenigen Stunden mit Dreharbeiten vor Ort verlässt das Filmteam das Langenfelder Unternehmen wieder, um in ihrem Kölner Hotel das gedrehte Material auszuwerten und es für die Livebeiträge am Mittwoch vorzubereiten. Damit werden den Amerikanern die Probleme rund um das russische Gas erläutert.