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Langenfeld Clan-Kriminalität: Prozess hat begonnen

Langenfeld Clan-Kriminalität : Clan-Kriminalität: Prozess hat begonnen

Nachdem der Auftakt zweimal verschoben werden musste, steht der wegen mehrerer Vergehen angeklagte Langenfelder nun vor Gericht. Drei weitere Termine sind angesetzt. Urteil: voraussichtlich am 9. September.

Unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen hat am Düsseldorfer Landgericht der Prozess gegen einen 29-jährigen Langenfelder begonnen. Über den Angeklagten weiß man, dass er ein Mitglied des Langenfelder El-Zein-Clans sein soll. Dazu soll er auch noch verbandelt sein mit der Gangster-Rapperin „Schwester Ewa“, die selbst seit Januar wegen Steuerhinterziehung, Körperverletzung und sexueller Verführung von Minderjährigen in Haft sitzt. Ihrem Lebensgefährten wirft die Staatsanwaltschaft nun Erpressung, Körperverletzung Waffenbesitz und den Besitz von Dopingmitteln vor.

Der Profiboxer soll einem seiner Opfer mit Schlägen gedroht haben, wenn der Mann nicht mit der Zahlung von 500.000 Euro als Provision für eine Grundstücksvermittlung einverstanden gewesen sei. Eine angeblich von anderen mit ihm getroffene Vereinbarung darüber, nur 300.000 Euro zahlen zu müssen, soll der Angeklagte nicht gelten gelassen haben. Seine Familie erwarte, dass der Geschädigte die verbleibenden 200.000 Euro zahle – andernfalls würde die Bedrohung aufrechterhalten werden.

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Am Ende soll das Geld über fingierte Rechnungen gezahlt worden sein, obwohl der Angeklagte gewusst habe, dass der Clan keinen Anspruch darauf habe.

Die Anklage wirft ihm weiterhin vor, im August 2018 in eine Prügelei an der Düsseldorfer „Meerbar“ verwickelt gewesen zu sein. Vor dem Haupteingang soll er den Türsteher mit zwei Faustschlägen gegen den Kopf verletzt haben. Nachdem das Opfer zu Boden gefallen sei, soll der Angeklagte weiter auf den Bewusstlosen eingetreten haben. Ähnlich soll eine Prügelei im März 2019 in der Mintropstraße in Düsseldorf abgelaufen sein, dort hatte das Opfer einen Kiefer- und Jochbeinbruch erlitten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 29-Jährigen außerdem vor, eine halbautomatische Selbstladewaffe besessen und versteckt zu haben. Um eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, soll er zudem beim Ausländeramt in Mettmann gefälschte Lohnbescheinigungen eingereicht und dazu auch noch behauptet haben, staatenlos zu sein.

Eigentlich hätte der Prozess bereits im Juni starten sollen, damals hatte der Angeklagte seinen Anwälten jedoch das Vertrauen entzogen. Offenbar waren Unterlagen zur Akte gereicht worden, die einer Einlassung gleichgekommen wären. Vor Gericht bestätigte der 29-Jährige nun, von solchen Vorgängen nichts gewusst und die Schriftstücke auch nicht gelesen zu haben.

Im zweiten, vom Gericht anberaumten Termin gab es zwei neue Verteidiger – und ein neues Problem. Auch sie mussten erst die umfangreiche Strafakte studieren und sich dann mit ihrem Mandanten dazu verständigen. Das scheint nun offenbar passiert zu sein.

Das Gericht hat am Mittwoch drei weitere Verhandlungstage festgesetzt.