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Langenfeld China zu Gast im Kunstverein

Mensch & Stadt : China zu Gast im Kunstverein Langenfeld

Im Kunstraum des Kulturzentrums ist ein Ausschnitt der zeitgenössischen Kunst aus dem Reich der Mitte zu besichtigen. Sechs Künstler zeigen 35 Arbeiten. KVL-Kuratorin Beate Domdey-Fehlau spricht von einem maßgeblichen Einblick in die zeitgenössische chinesische Kunst, „die unsere Denkweise herausfordert.“

Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. So kam es, dass die seit Jahren vorbereitete Ausstellung zeitgenössischer chinesischer Kunst trotz coronabedingter Unwegsamkeiten verwirklicht werden konnte. Denn der Kunstverein Langenfeld (KVL) ließ sich nicht abschrecken. „Corona verhinderte nur die Anreise“, betonte zur Eröffnung die Zweite Vorsitzende, Weiqun Peper-Liu. Sie hatte nicht nur den Kontakt zu den Künstlern hergestellt, sondern auch tatkräftig an der Realisierung der Ausstellung mitwirkt.

Eigentlich hätten die sechs in den Räumen des Langenfelder Kunstvereins ausgestellten Künstler eingeladen und bei der Eröffnung in Langenfeld dabei sein sollen. Da dies nicht möglich war, wurde während der Ausstellungseröffnung eine Videoschaltung nach China hergestellt. Leider war die Verbindung so instabil, dass die sechs Künstler lediglich einen kurzen Gruß nach Langenfeld schicken konnten, der jedoch vom Publikum mit herzlichem Applaus belohnt wurde.

„Die sechs Künstler sind in ihrer Heimat sehr berühmt“, erklärte Annemarie Hubert, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins zuständig ist. Glücklicherweise sind die Werke alle rechtzeitig aus China in Langenfeld angekommen. 35 sind es, die das weite Feld der zeitgenössischen chinesischen Kunst repräsentieren. Der Erste stellvertretende Bürgermeister Dieter Braschoss formulierte es so: „Eine neue Facette der Kunst ist zu uns gekommen.“ KVL-Kuratorin Beate Domdey-Fehlau sprach von einem maßgeblichen Einblick in die zeitgenössische chinesische Kunst, „die unsere Denkweise herausfordert.“

Baoyin Du, Professor am Kunst-Institut der Zehjiang Universität, fühlt sich in seinen Werken in die Menschen und die Gesellschaft ein. „Es geht um Einsamkeit, Liebe und Schmerz“, brachte es Beate Domdey-Fehlau auf den Punkt. Bo Li ist freischaffender Künstler in Shijiazhuang, Suzhou und Sanya. Er widmet sich der Landschaftsmalerei, wobei er die karstige Erde und den vom Staub gelb gefärbten Himmel auf authentische Weise darstellt. Jiazhen Jin, Professor an der Zentralakademie der Schönen Künste, kombiniert die traditionelle Tuschmalerei mit modernen Gestaltungselementen. Geheimnisvolle Zeichen heben sich scheinbar vom Hintergrund ab und verleihen dem Bild eine erstaunliche Tiefe. Jiazhen Jin versteht seine Kunst als ein Streben nach Realität. Ren Sun, außerordentlicher Professor an der Chinesischen Kunstakademie, nahm an allen wichtigen künstlerischen Aktivitäten der 1985er-Kunstbewegung in China teil. Seine Werke sind ein Ausdruck sinnlichen Erlebens.

Zeng Shan, Professor an der Schule für Bildhauerei und öffentlicher Kunst sowie Vizedekan an der Fakultät für Verwaltung und Bildung der Chinesischen Kunstakademie Hangzhou, lässt sich von der alten Schrift I Qing inspirieren und verbindet so Tradition und zeitgenössische Kunst. Guangbin Cai, Leiter der Abteilung für chinesische Malerei am Fine Art College der East China Regel University in Shanghai, beschäftigt sich mit Charakterstudien, wobei er sich aller technischen Möglichkeiten unserer Zeit bedient. Er hat seine Serie aufgrund der Corona-Pandemie überarbeitet und rote Linien hinzugefügt, die eine Sprache für sich sind.