Langenfeld CDU-MdB Michaela Noll gibt einen Überblick über ihre Arbeit in Berlin.

Langenfeld : Noll fordert Azubi-Hilfe am Bankautomaten

Die CDU-Bundestagsabgeordnete sieht die Politik, aber auch Unternehmen in der Pflicht.

Ins Restaurant „Seehaus“ mit Blick auf den Langenfelder Wasserski-See hat die CDU-Bundestagsabgeordnete Michaela Noll eingeladen, um von ihrer parlamentarischen Arbeit zu berichten. Sie beginnt mit dem Stoßseufzer: „2018 war parteipolitisch voller Unruhe. Ich bin froh, dass das vorbei ist. All die Personaldebatten, das hat uns geschadet. Jetzt steht die Union vor einem Neuanfang. Wir haben einen neuen Fraktionsvorsitzenden und eine neue Vorsitzende.“

Noll macht keinen Hehl daraus, dass sie Friedhelm Merz gewählt hat. „Wegen seiner außen- und wirtschaftspolitischen Kompetenz.“ Dann beeilt sie sich, die beiden Mitbewerber zu loben. Der siegreichen Annegret Kramp-Karrenbauer etwa „traue ich zu, alle Flügel der CDU einzubinden. Ich hätte am liebsten eine Doppelspitze gehabt, in der Merz sein außenpolitisches Profil und AKK ihre soziale Kompetenz einbringen könnten.“

Die CDU-Abgeordnete ist jetzt „auf eigenen Wunsch Berichterstatterin für Frankreich im auswärtigen Ausschuss“, hat Macron in Aachen erlebt und will sich dafür stark machen, „dass wir die deutsch-französische Freundschaft leben durch Städtepartnerschaften. Ich werde versuchen, die französische Botschafterin nach Langenfeld zu locken, das dieses Jahr zum Frankreichjahr in der Stadt erklärt hat.“

Zur Landespolitik fällt ihr als erstes das neue Polizeigesetz und die innere Sicherheit ein: „Innenminister Reul räumt auf. All die Razzien gegen Clan-Kriminalität – das freut mich“, sagt sie. Und ergänzt: „Haan bekommt jetzt eine neue Polizeiwache. Die Bürger wollen Lösungen“ – das höre sie immer wieder, wenn sie in ihrem Wahlkreis unterwegs ist.

Da habe sie etwa beobachtet, dass „in Erkrath-Hochdahl an Markttagen ältere Leute am Bankautomat stehen und den nicht bedienen können.“ Da müsste man doch zumindest an Markttagen mal einen Azubi abstellen, der hilft. Und: „Mehr Bänke müsste es geben“, findet sie. Noll versichert, dass die CDU bei der Grundsteuerreform dafür sorgen will, „dass es keine Mehrbelastungen für die Bürger gibt.“ Die Wahlrechtsreform sei „dringend notwendig, aber leider trete Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) auf die Bremse. Dass das Telekommunikationsgesetz mangelhaft ist und dringend überarbeitet werden müsste, befürwortet sie: „Da müssen wir ran. Ich weiß, dass etwa Firmen in Haan kein schnelles Internet haben.“

Dass Monheim dank seiner niedrigen Gewerbesteuer Firmen aus dem Umland anlockt, findet sie „nachvollziehbar. Jetzt blüht die Stadt.“ Auch die Abschaffung des Kommunal-Solis durch CDU und FDP findet sie nach wie vor gut: „Ich habe schon immer gesagt, dass keine Stadt für gutes Wirtschaften bestraft werden darf.“ Mit der AfD müsse man sich „inhaltlich auseinandersetzen“, hat sie erkannt. Den Verkehrskollaps, den Autofahrer täglich in NRW erleben, bedauert sie, aber: „Kurzfristig ändern kann man das nicht. Jetzt wird das Kreuz Hilden gemacht.“

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