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Langenfeld Bestattungen Schneiderseit 70 Jahren in Reusrath

Lokale Wirtschaft : Bestattungen Schneider seit 70 Jahren in Reusrath

Das Familienunternehmen in dritter Generation hat mit der Tischlerei ein weiteres Standbein.

  1944 erhielt Großvater Josef Schneider sen. die Urkunde als Schreinermeister. Am 19. Mai 1949 gründete er an der Grünewaldstraße in Reusrath eine Tischlerei und ein Bestattungsinstitut, eine Kombination, die früher üblich und sinnvoll war. Schließlich wurden die Särge damals tatsächlich einzeln und nach Maß in der Werkstatt gefertigt. Der Betrieb ist also fast auf den Tag genauso alt wie das Grundgesetz – und feierte gestern sein 70-jähriges Bestehen.

1955 wurde ein Werkstattgebäude errichtet, 1968 erweitert. Sohn Josef jun. (Meisterprüfung 1976, heute 69-jährig) übernahm den Betrieb 1999, und setzte diesen Geschäftszweig neben der normalen Schreinerei fort, allerdings mit der Zusatzqualifikation „Fachgeprüfter Bestatter“, um die Hinterbliebenen besser begleiten und beraten zu können. 2016 folgte in Christian (35) auch der Enkel/Sohn mit Meisterbrief im Tischlerhandwerk, der Übergang zur dritten Generation.

Schneider ist ein echter Familienbetrieb, und mit der Tochter Carolin (22), die bis Sommer 2020 eine Ausbildung zur Bestattungsfachkraft abschließen wird, wird die qualifizierte Betreuung der Kundschaft langfristig gesichert. Mit insgesamt sechs Mitarbeitern kümmert sich Christian Schneider überwiegend um Fenster, Haustüren, Innentüren, Möbeleinbauten, Treppen und so weiter.  „Das reicht von Einbau, Wartung und Reparatur in Neu- und Altbauten bis zu maßgefertigten Möbeln die je nach Kundenwunsch hergestellt werden“, umreißt er das Auftragsspektrum. Natürlich kennt auch er das Bestattungswesen, gewährleistet die ständige Erreichbarkeit und Hilfe.

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Im Tagesgeschäft kümmert sich primär der jetzige Senior, unterstützt von der langjährigen Mitarbeiterin  Karin Hesse, um die vielen mit einem Sterbefall verbundenen Aufgaben, von den Behördengängen bis zum eigenen Druck der Trauerpapiere. Erfahrung ist wichtig, denn Fehler sind in der Regel nicht korrigierbar. „Man hat nur die eine Chance“, sagt Josef Schneider.

Sieben Jahrzehnte zeigen einen Blick auf den Wandel der Bestattungskultur. In den 50er Jahren war die Erdbestattung im Sarg der Normalfall. Heute wählen die Angehörigen zu 70 Prozent Feuerbestattungen. Pflegeleichte Grabstätten sind mit Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen das Ziel. Andererseits können „große“ Beerdigungen – gegebenenfalls an besonderen Orten – heute „Eventcharakter“ annehmen. Dazu kommen Seebestattungen, Baumbestattungen oder anonyme Beisetzungen.

Verändert haben sich auch die Traueranzeigen oder die Musik bei Trauerfeiern. „Früher ausschließlich schwarz-weiß und religiöse Motive, Kirchenmusik beziehungsweise Klassik; heute Farben, Fotos, gerne mit Bezügen zu ausgeübten Hobbys, Musik aller Art, der CD-Spieler gehört zur Trauerfeier oft dazu“, erzählt Carolin Schneider von aktuellen Trends. Früher und heute wichtig: die Vorsorge zu Lebzeiten. Mit Treuhandlösungen ist das für die eigene Bestattung angelegte Geld vor allen Eventualitäten geschützt.