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Langenfeld Berufsberater helfen jetzt „on tour“

Mensch & Stadt : Berufsberater helfen jetzt „on tour“

In dieser Woche sind Experten der Arbeitsagentur Mettmann unter anderem in Langenfeld unterwegs, um Jugendlichen bei der beruflichen Orientierung zu helfen. Berufsberater Wolfgang Müller nennt aktuelle Zahlen: „1400 Bewerber konnten wir für dieses Jahr bereits vermitteln. Trotzdem sind noch 542 Ausbildungsplätze offen.“

Das hat sich Carolin anders vorgestellt. Die 20-Jährige studiert seit zwei Semestern Ernährungswissenschaften. Doch inzwischen habe sie gemerkt, dass ein Studium nicht ihr Ding ist. „Ich bin nicht so glücklich mit dem Gedanken, das Studium bis zum Master-Abschluss weiterzumachen“, sagt sie. Dabei kommt es in ihren Augen nicht nur auf das Fach selbst an, sondern auch die „Art des Studierens“. Im Langenfelder Marktkarree informierte sie sich jetzt bei den Beratern der Agentur für Arbeit aus Mettmann. Die hatten in der Einkaufsgalerie einen Stand aufgebaut. Carolin neues Ziel: eine kaufmännische Ausbildung.

Auch ihre Freundin Jana (20) weiß, was sie beruflich anstrebt. Sie möchte Ernährungswissenschaften oder Sonderpädagogik studieren. „Für mich war Ernährung und Sport immer schon ein großes Hobby. Außerdem habe ich ein freies soziales Jahr in der Behindertenpflege absolviert und Interesse daran gefunden, das künftig als Beruf auszuüben“, sagt Jana. Beide lassen sich die Möglichkeit nicht entgehen, sich von den Experten am Stand der Arbeitsagentur Tipps geben zu lassen.

Wegen der corona-bedingten Beschränkungen gab es in den vergangenen Monaten nur telefonische Berufsberatungen. Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahrs wollen die Berufsberater bei ihrer aktuellen Tour durch den Kreis Mettmann mit Jugendlichen, aber auch ältere Jobsuchenden und Arbeitgebern wieder persönliche Gespräche von Angesicht zu Angesicht führen.

Britta Zelders ist Expertin im Bereich „Bewerbungen“. Sie freut sich, dass es trotz der Corona-Zeit so gut klappt: „Aktuell haben wir viele Vermittlungen zwischen Bewerbern und Arbeitgebern. Trotz der Einschränkung läuft es erfolgreich.“ Zelders zufolge fehlt vielen die persönliche Beratung, in der man sich gegenüber sitzt. Es habe eine „andere Tiefe“ als ausschließlich telefonisch zu beraten.

Viele Jugendliche seien aktuell verunsichert, sagt Agenturkollegin Susanne Herzgen. „Auf die Jugendlichen kommt nach Abschluss der Schule was ganz Neues zu. Außerdem wissen viele nicht, inwiefern sich Corona auf ihre Bewerbungen und ihre Zukunft auswirkt.“ Deswegen macht Herzgen mit ihren Kollegen „on tour“ darauf aufmerksam, dass es Hilfe gibt und durchaus noch viele Unternehmen nach Auszubildenden suchen.

Berufsberater für die Arbeitgeberseite ist Wolfgang Müller Er nennt aktuelle Zahlen: „1400 Bewerber konnten wir für dieses Jahr bereits vermitteln. Trotzdem sind noch 542 Ausbildungsplätze offen.“ Das Spektrum der Jobs sei breit. Darunter fallen zum Beispiel Lehrstellen im Einzelhandel, in Handwerk, Pflege oder auch im kaufmännischen Bereich. Negativ betroffen durch Corona seien besonders Betriebe in der Gastronomie. Dort würden zurzeit Ausbildungsverträge zurückgezogen oder gar nicht mehr angeboten.

Auch online können sich Interessierte Informationen beschaffen. Zelders erklärt, dass es auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit Auswahltests gebe, durch die man sich selbständig ein Bild von seinen Stärken und seinen Interessen schaffen könne. Anschließend bestehe die Möglichkeit, die Ergebnisse telefonisch gemeinsam zu analysieren.