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Langenfeld Begegnungsstätte in Wiescheid fehlt

Wiescheid Bürgerhalle : Wiescheider wünschen sich Begegnungsstätte

Die Verhandlungen zwischen Stadt und dem Eigentümer der Autowerkstatt sind vorerst gescheitert. Einen Alternativstandort gibt es nicht.

In Wiescheid gibt es keine einzige Kneipe mehr. Das letzte Lokal, der „Gasthof Wiescheid“ habe 2016 geschlossen, sagte Andreas Menzel (BGL) vor einiger Zeit am Stand der mobilen RP-Redaktion. Die Bürger im östlichen Stadtteil Langenfelds bedauerten das sehr und wünschten sich als Ersatz zumindest wieder eine Begegnungsstätte, in der man sich treffen und auch mal gemeinsam ein Bier trinken könne.

Kurt Seyboldt von der CDU Seniorenunion hat sich dafür eingesetzt, dass die Stadt das Gelände der Autowerkstatt an der Straße Landwehr erwirbt, das alte Gebäude abreißt und dort eine neue Bürgerhalle errichtet. „Das ist eine stark befahrene Straße und es gibt dort keine Probleme mit dem Lärmschutz“, sagt der ehemalige Ara-Manager. Seine Fraktion habe das Thema immer wieder in den politischen Gremien aufgegriffen. Inzwischen habe es auch Verhandlungen zwischen Stadt und Eigentümer gegeben, doch man sei wegen der Preisvorstellung nicht weitergekommen. „Die Sache ist erst mal ad acta gelegt.“ Das sagt auch Manfred Kamp, Schützenchef  Landwehr. „Der Eigentümer soll eine utopische Summe gefordert haben.“

Ulrich Beul, im Rathaus zuständig für die Stadtentwicklung, möchte das so nicht bestätigen. „Wir haben mit dem Eigentümer gesprochen, sind mit ihm aber nicht klar gekommen“, sagt er. Es könne sein, dass die Verhandlungen zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen würden. Zur Zeit gebe es leider keinen Alternativstandort, räumte er ein.

Die alte und marode Bürgerhalle in Wiescheid muss abgerissen werden. Der Betreiberverein zur Unterhaltung der Bürgerbegnungsstätte (UVB) habe sich schon 2017 aufgelöst. Die Stadt hatte eine Sperrstunde verhängt, nachdem ein Anwohner sich einige Jahre zuvor wegen Lärmbelästigung nach 22 Uhr beschwert hatte. sagte die Beigeordnete Marion Prell. Das sei der Todesstoß gewesen. 2015 quartierte man dort Asylbewerber ein. Inzwischen lohne sich eine Sanierung der Halle, die Anfang der 1980er Jahre gebaut worden war, nicht mehr.

Einzig im Schützenhaus in Alt-Wiescheid gibt es jeden Mittwoch ab 18.30 bis gegen 22.30 Uhr, die Möglichkeit, zusammen ein Bier zu trinken. Auch Nicht-Mitglieder seien dann an der Theke und im Saal mit 40 Sitzplätzen gerne gesehen. „Doch es kommen nur wenige“, sagt Manfred Kamp. Auf lange Sicht wolle die Stadt auf dem Gelände um das Schützenhaus Wohnhäuser bauen. Weil die Schützen das Grundstück aber in Erbpacht nutzen, müsse man ihnen dann eine Alternative anbieten, weil der Vertrag noch 40 Jahre lang laufe, berichtet Kamp.

Eine Kneipe oder eine Begegnungsstätte in Wiescheid wäre schön, doch Gaststättenbesuche wie früher fänden einfach nicht mehr statt, merkte der Ehrenvorsitzende der Schützen, Helmut Uellendahl, an. „Die jüngere Generation geht in die Disco.“ Kamp sieht ebenfalls wenige Möglichkeiten im Ortsteil. „Eine Begegnungsstätte muss genutzt werden, damit sie sich für einen Betreiber lohnt.“

Die Beigeordnete Marion Prell verweist auf den Gastronomie-Betrieb in der Wasserburg Haus Graven und auf das Gemeindezentrum der katholischen Kirche. „Dort können die Menschen zusammen kommen.“