Langenfeld: Bau neuer Sozialwohnungen kommt voran

Langenfeld : 20 Sozialwohnungen lindern Mangel

In Langenfeld fehlt preisgünstiger Wohnraum. Stadtpolitiker bringen Neubauten an der Sandstraße auf den Weg.

Der in Langenfeld über viele Jahre vernachlässigte Bau von Sozialwohnungen kommt jetzt voran. Im Planungsausschuss brachten die Stadtpolitiker gestern Abend  ein Vorhaben an der Sandstraße in Reusrath auf den Weg. Auf dem ehemaligen Gelände einer Gärtnerei sind inmitten von 25 neu entstehenden Doppel- und Reihenhäusern zwei Mehrfamilienhäuser mit 20 Sozialwohnungen vorgesehen. Alle Parteienvertreter stimmten in der Sitzung der für das 1,3 Hektar große Areal notwendigen Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan zu.

Die Zeit drängt: Nach Angaben von Sozialamtsleiter Holger Hammer gibt es zurzeit 1160 Sozialwohnungen. Im vergangenen Jahr waren es noch 1250, doch fielen seither und  in den kommenden sieben Jahren insgesamt  210  aus der öffentlichen Bindung. Nicht nur der „Arbeitskreis Langenfeld Sozial“ beklagt heute schon einen Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat mehrheitlich ein „Strategiekonzept 2025“ beschlossen. Es ist auf eine stabile Einwohnerzahl von etwa 60.000 ausgerichtet, soll den Häuserbau der kommenden Jahre im Stadtgebiet steuern und preisgünstigen Wohnraum schaffen.

Das Vorhaben an der Sandstraße gehört zu drei vom Stadtrat beschlossenen Projekten, das kurzfristig neue Sozialwohnungen schaffen soll. Auf eine Anregung des Naturschutzbunds BUND hin sollen die Flachdächer der beiden Mehrfamilienhäuser und Garagen begrünt werden. „Wegen dieser Planänderung stimmen wir diesmal zu“, sagte Dr. Günter Herweg von den Grünen, die sich im Juni beim Grundsatzbeschluss zu dieser Siedlung am Ortsrand noch enthalten hatten.

Nach Angaben von Planungsamtschef Stephan Anhalt ist mit dem Bauträger nicht nur die Dachbegrünung vertraglich vereinbart. Auch Schäden durch Starkregen sollen durch eine großzügig bemessene Kanalisation vermieden werden. Ob die 20 Sozialwohnungen an der Sandstraße schon 2020 fertig sein werden, wie beim Ratsbeschluss erhofft? „Das wird knapp“, meinte Anhalt im Gespräch mit unserer Zeitung. „Kanal und Straßen müssen auf diesem Gelände ja auch noch gebaut werden.“

 Weiter ist das Vorhaben an der Stettiner Straße. Auf dem Gelände der evangelischen Gemeinde sollen nach Abriss der Johanneskirche zwei- bis dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit 40 Wohnungen gebaut werden, davon acht Sozialwohnungen.

Im zweiten Anlauf kommt auch beim Bauverein Langenfeld (BVL) im Martinsviertel der Bau neuer Sozialwohnungen voran. Nach Abstrichen an dem von der Nachbarschaft als überdimensioniert abgelehnten Erstentwurf sind auf dem BVL-Gelände zwischen Martin-/Richrather Straße und Steinrausch nunmehr drei neue Häuser mit insgesamt 27 Sozialwohnungen vorgesehen. Nach Anhalts Angaben wird der Entwurf zurzeit mit den beteiligten Behörden abgestimmt und im Frühjahr öffentlich ausgelegt.

In einem Neubau an der Solinger Straße wurden im Juli 15 Sozialwohnungen bezugsfertig. Zudem entstehen laut Anhalt zurzeit auf zwei städtischen Grundstücken Am Brüngersbroich und an der Hardt insgesamt 18 Sozialwohnungen. 24 weitere sollen am Leipziger Weg ebenfalls auf einem städtischen Grundstück errichtet werden. Anhalt: „Deren Bau beginnt in Kürze.“

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