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Langenfeld: Ausstellung Werner Reuber in der Wasserburg Haus Graven

Lokale Kultur : Buntes Figurenspiel im Birkenwald

Werner Reuber zeigt seine zauberhaft-mythischen Bilder in der Wasserburg Haus Graven.

Die Birken aus seiner Heimat Essen-Krey haben es dem Künstler Werner Reuber angetan. Wenige der Bilder der derzeitigen Ausstellung in der Wasserburg Haus Graven kommen ohne die wunderbaren weißen Stämme aus. Die Birke gibt den Kunstwerken Struktur und Hintergrund, sie sorgt für Plastizität und wird zur Skulptur. Immer wieder neu komponiert, tritt sie in Erscheinung – meist als Wald. Sehr gerne kombiniert mit schlanken karikaturhaft anmutenden Frauengestalten, ein bisschen Fee, ein bisschen Hexe, ein bisschen mythische Erscheinung.

„Heiter, heftig, poetisch“, nennt Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin des Rheinischen Landesmuseums für Archäologie und Kulturgeschichte in Bonn, bei der Ausstellungseröffnung die Arbeiten des heute in Düsseldorf lebenden Künstlers. Das trifft den Kern. Vor allem mythisch und fröhlich muten sie an, die bunten  Gestalten, die da durch Nacht und Birkenwälder geistern: drei rot gewandete Frauen, die wie Struwwelpeter oder die drei Hexen aus Macbeth im Mondlicht tanzen. Ein schwarz gewandeter schmaler Mann  mit breitkrempigem Hexenhut, der einen wunderbaren Gandalf aus dem Fantasy-Roman „Der Herr der Ringe“ abgibt. Oder ist es das Alter-Ego des Malers selbst, wie die Kunstkennerin Uelsberg vermutet. Der genaue Blick auf die Hauptpersonen lohnt sich. Interpretationen sind erlaubt. Träumen übrigens auch und Erinnerungen an Darstellungen aus früheren  Kinderbüchern.

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Positiv und faszinierend sind die  Figuren des Werner Reuber, tier- und naturverliebt mit Früchten, Vögeln und Hasen abgebildet. Ein bisschen Paradies könnte man meinen.

Uelsberg bezeichnet den einstigen Meisterschüler Gerhard Richters als   „malenden Zeichner“. Seine Techniken sind verblüffend. Er mixt Linolschnitt, Holzplatte, Tusche-Zeichnung und Aquarell zu einem bezaubernden Ganzen, das besonders auf der oberen lichten Etage der Wasserburg fein zur Geltung kommt. Es sind viele kleinformatige Bilder, die, wie Uelsberg andeutet, in jedes Wohnzimmer passen. Es sind aber auch menschengroße plakative Formate dabei: eine blau gewandete Frau mit für Reuber charakteristischer Struwwelmähne, übergroßen Kirschen und Zitrone. Es gibt auch einen knallroten Granatapfel  im roten Salon zu sehen und sogar ein paar kleine drollige Keramikfiguren.