Langenfeld Ausbildungspaten helfen an Bettine-von-Arnim-Gesamtschule

Mitmachen : Ausbildungspaten helfen Richrather Schülern

Ruheständler mit guten Kontakten in die Berufswelt bringen sich an der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule in die Suche nach der passenden Lehrstelle ein.

Sie sind (Vor)Ruheständler, arbeiten gerne mit jungen Menschen, haben Ahnung vom beruflichen Alltag. Zehn Ausbildungspaten helfen Schülern der Richrather Bettine-von-Arnim-Gesamtschule, den Wechsel vom Schul- ins Berufsleben zu meistern. und suchen weitere Ehrenamtler, die sich ihnen anschließen.

Der Weg aus der „Komfortzone Schule“ in die Arbeitswelt gelingt nicht immer und jedem auf Anhieb. In der Klasse 8 ist die Berufswelt noch weit weg, diese Fragen schieben die jungen Menschen gerne vor sich her, und es dauert, „bis der Groschen fällt, dass frühzeitig entscheidende Weichen gestellt werden müssen“, weiß Bernhard Spanke, Koordinator Berufsorientierung an der Gesamtschule für Kinder und Jugendliche aus Langenfeld und Hilden. Seit 2010 unterstützen deshalb Ausbildungspaten die Schüler in sehr direkter und persönlicher Form. Das geht in Einzelfällen bis zu Kontakten ins persönliche Umfeld. „Nicht jedes Elternhaus kann die notwendige Unterstützung geben“, sagt Spanke.

Initiiert wurde das Projekt vom Elternbeirat der Schule. „Wir wollen die Anzahl der Schüler, die nach der zehnten Klasse eine Berufsausbildung aufnehmen, deutlich erhöhen“, sagt Beiratsmitglied Volker Heße. Voraussetzung für jede Unterstützung, von der Vermittlung von Praktikumsplätzen bis zur konkreten Hilfe im Bewerbungsverfahren, ist das Wissen um die Fähigkeiten und Interessen der einzelnen Schüler. In Klasse 8 erfolgt – unterstützt von einem Fachinstitut – eine Potentialanalyse für jeden der 170 Schüler des Jahrgangs. Die weiteren Schritte in den Klassen 9 (Schülerpraktikum) und 10 (Bewerbung) bauen darauf auf. Dabei geht es unter anderem um Fremdbeobachtung, Selbstpräsentation, Konzentrationstests oder Übungen zur motorischen Geschicklichkeit. Am Ende folgt ein Ergebnisgespräch und – gemeinsam mit den Eltern – ein Feedback-Gespräch.

Frank Klarmann ist seit vielen Jahren als Ausbildungspate dabei und lobt die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in der Schule. „Es gibt regelmäßig Fortbildungen, Erfahrungsaustausch und gegebenenfalls fachliche Beratung“, sagt der Langenfelder. Er und seine Mitstreiter bieten regelmäßige Sprechstunden, helfen in Einzelgesprächen oder Gruppenarbeiten bei Bewerbungen, trainieren Vorstellungsgespräche und Tests in Rollenspielen, helfen bei der Suche nach örtlichen Praktikums- oder Lehrstellen. Sie achten darauf, dass die Schüler notwendige Infos bekommen, etwa beim alljährlichen Berufsinfo-Tag an der Schule, an dem sie mit ihnen drei von rund 70 Angeboten aussuchen, um Details über ihren Wunschberuf zu erfahren.

Die ehrenamtliche Arbeit erfordert Zeit, primär in der ersten Jahreshälfte nach der Potentialanalyse und der Berufsorientierung im Februar. „Maximal bis zu fünf Stunden wöchentlich“, ist Diplom-Kaufmann Klarmann dann unterwegs. Oft nutzt er dabei zum Nutzen seiner „Patenkinder“ sein in langen Jahren geknüpftes Netzwerk in Langenfeld und Umgebung.