Langenfeld: Ärger über Raser, Buslinie und Wildpinkler in Reusrath

Mobile RP-Redaktion in Reusrath : Ärger über Raser, Buslinie und Wildpinkler

Bei der Mobilen Redaktion der RP gab es viele Themen aus Reusrath zu besprechen: Verkehr, neue Wohnsiedlung, Dorfleben und A 3-Ausbau.

Keine Frage:  Zehn Jahre nach der Neugestaltung des Reusrather Platzes ist das seit wenigen Wochen dort betriebene Café ein Gewinn. Darin ist sich die Runde einig, die bei der Mobilen RP-Redaktion über Themen aus dem Ortsteil diskutiert. Das als verschiebbarer Containerbau dort platzierte „Bistro Kunterbunt“ entwickele sich mit seinen Außentischen zu einem – bislang von vielen Reusrathern vermissten Dorftreff. Darüber freut sich auch Hillu Hermanns, die mit ihrem Mann vor drei Jahren von Richrath hergezogen ist.

Auch Renate Steinert war schon in dem vor sechs Wochen eröffneten Bistro. Darüber hinaus, beklagt die Rentnerin am RP-Stehtisch, „fehlen aber gerade für uns ältere Menschen tägliche Begegnungsmöglichkeiten“. Seit fünf Jahren wohnt Renate Steinert in Reusrath und nutzt auch fallweise Angebote der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde – wie etwa den Spielenachmittag in der Bücherei von St. Barbara. Doch vermisse sie im Ortsteil eine richtige Begegnungsstätte mit Café für ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind. Zumal die Busanbindung unzureichend sei.

Das neue Regenrückhaltebecken  an der Barbarastraße wird noch erweitert. Im Hintergrund wird hinter den Wiesen am Reusrather Bach die neue Siedlung am Locher Weg gebaut. Foto: Rheinische Post/Stephan Meisel (mei)

Das sehen auch die Umstehenden so. „Die einzige Buslinie 206 fährt ab 20 Uhr nur stündlich in die Innenstadt und zurück“, merkt Jürgen Steinbrücker kritisch an. „Dabei sind doch die meisten Veranstaltungen abends. Und in die Nachbarstadt Leichlingen fährt von Reusrath aus überhaupt kein Bus mehr.“

Kein Wunder, dass der Autoverkehr ein weiteres wichtiges Thema der Mobilen Redaktion ist. Hillu Hermanns wohnt an der Grünewaldstraße und ärgert sich über Raser vor ihrer Haustür. „Dabei hatten die Stadtpolitiker doch im November vor einem Jahr Tempo 30 für die Grünewaldstraße beschlossen. Warum werden die Schilder nicht endlich aufgestellt?“ Vizebürgermeister Dieter Braschoss (CDU) nickt zustimmend. Weil es sich um eine Kreisstraße (K24) handelt, ist hierfür die Mettmanner Kreisverwaltung zuständig. Diese überprüft gerade die von den städtischen Planern als Argument für Tempo 30 angeführte Sicherheit von Fußgängern aus dem Wohngebiet Louveciennesstraße, insbesondere von Kindern auf dem Weg zur Peter-Härtling-Grundschule. BGL-Ratsherr Andreas Menzel spricht Raserei auf der Rheindorfer Straße an sowie verbotswidrig auf der Radlern vorbehaltenen Reusrather Straße  fahrende Autos. Auch der geplante achtspurige Ausbau der A3 sei „ein Reusrather Thema“, merkt Karl Wilhelm Bergfeld vom Umweltschutzverband BUND an. „Sowohl, was die geplanten Eingriffe in Naturschutzgebiete angeht als auch wegen des unbedingt notwendigen Lärmschutzes.“

Breiten Raum nimmt in der Diskussionsrunde der unlängst am Locher Weg begonnene Bau einer neuen Siedlung für rund 115 Familien ein.  Bergfeld wünscht sich, dass auch nach dem an der Barbarastraße errichteten Regenrückhaltebecken (siehe Bild) die schönen großen Weiden und die Mulde des bisherigen Regenrückhaltebeckens neben dem Reusrather Bach erhalten bleiben. Das sei fest vorgesehen, versichert Braschoss, „vielleicht kommen ja auch ein paar Sitzbänke dorthin“. Ohnehin vorgeschrieben ist der Erhalt der als schützenswertes Biotop festgelegten Feuchtwiese, um den es wie auch um die gesamte Bebauung vor Jahren erbitterte Diskussionen im Stadtrat gegeben hatte.  Anwohner Georg Urbas befürchtet durch die neue Siedlung auf dem abschüssigen Gelände trotz neuer Kanalisation bei stärkeren Regenfällen Überflutungen – auch durch aus überlasteten Rohren austretendes Schmutzwasser.

Zu einer weit über die Stadtgrenzen reichenden Attraktion hat sich der alljährliche  Lichterzug am Karnevalssonntagabend mit anschließender Festzeltparty auf dem Reusrather Platz entwickelt. Doch als betroffener Anwohner beklagt sich Bernhard Kunk über rücksichts- und hemmungslose Wildpinkler in Vorgärten und an Häuserwänden. „Da muss endlich hart durchgegriffen werden! Und es müssen jede Menge Dixie-Klos aufgestellt werden!“

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