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Lange Nacht der Industrie bei Bayer Crop Science in Monheim

Monheim : Nach Monsanto: Monheim bleibt Standort

Die lange Nacht der Industrie führte 80 Besucher in das Headquarter von Bayer CropScience. Standortleiterin Simone Rosche beantwortete Fragen.

Mit etwas Verspätung fuhr der erste Reisebus des Abends mit 40 Teilnehmern aus Düsseldorf um kurz nach 18 Uhr an die Schranke zum Hauptquartier an der Alfred-Nobel-Straße. Annette Sudbrack-Stürtz nahm mit ihrer Kollegin die Gäste in Empfang und führte sie gleich zur obersten Chefin. Beim Gang durch das Bienenhaus zum großen Konferenzsaal schauten sich die Teilnehmer um und bekamen erstmals ein Gefühl für die Größe des Standortes.

Seit fünf Jahren ist Simone Rosche Standortleiterin in Monheim. Eine vielschichtige Aufgabe: Auf insgesamt 65 Hektar sind elf Forschungsinstitute beheimatet mit weit über 2000 Mitarbeitern, berichtete sie. Ihre Aufgaben bestünden hauptsächlich darin, nach neuen, umweltfreundlichen Pflanzenschutzmitteln zu forschen, die weder für Mensch noch Tier bedrohlich seien, jedoch die Agrarwirtschaft sichere. „Uns geht es am Ende immer um die Ernährung der Weltbevölkerung“, sagte Rosche.

Warum sich viele Besucher in diesem Jahr für den Besuch bei CropScience entschieden, hatte auch etwas mit der medialen Aufmerksamkeit zu tun, die der Kauf von Monsanto gebracht hatte. Darum machte auch Rosche keinen Bogen: „Wir wissen noch nicht, wie es mit uns nach dem Kauf von Monsanto weitergehen wird. Sicher ist aber, dass Monheim als Headquarter und weltweit größter Forschungs- und Entwicklungsstandort von CropScience erhalten bleibt“, betonte die Standortleiterin. 300 Millionen Euro würden in den nächsten zehn Jahren in Forschung und Entwicklung investiert.

Auch Sebastian Weber aus Jüchen hatte das Thema Bayer-Monsanto letztendlich zum Besuch bei CropScience bewegt: „Der Name Bayer ist natürlich bekannt und der Chemiekonzern als solcher auch.“ In der Industrie kenne er sich grundsätzlich aus, nicht nur, weil er bei ThyssenKrupp in Duisburg beschäftigt sei, sondern dies nun auch schon seine vierte Teilnahme bei der Langen Nacht der Industrie war. „Aber die Agrarforschung ist mir unbekannt.“ Weber äußerte besonderes Interesse am Gewächshaus. „Was in der Forschung in einem Gewächshaus passiert, finde ich spannend.“

Dies aber sollte dem Besucher verwehrt bleiben. Denn nach dem Gespräch mit Rosche ging es zunächst zu  Dr. Mark Drewes, Leiter der Forschungslogistik bei CropScience, später ins Institut für Fungizide, wo mehr Theorie als Praxis gezeigt wurde. Drewes begrüßte die Gruppe in der Substanzbibliothek, ein modernes Lager, in dem Roboter vollautomatisiert kleinere und größere Probenfläschchen aus den mehrere Meter hohen Regalen holte und sie in ein schaumstoffgeschütztes Kästchen steckte. Absolut alle Substanzen, die in den vergangenen Jahrzehnten (den Standort Monheim gibt es seit Anfang der 80er Jahre) im Forschungszentrum entstanden seien, fänden sich in der Substanzbibliothek, erklärte Drewes.

Insgesamt 4,5 Millionen Substanzen werden in der Bibliothek gelagert. „Weggeschmissen wird hier nichts. Substanzen sind für jeden Chemiker ein Heiligtum.“ Wirkstoffe, die im Pflanzenschutz nicht funktionieren, seien keineswegs nutzlos. „Sie könnten vielleicht für Medikamente interessant sein. Deswegen wird immer weitergeforscht.“