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Landwirte bringen Gülle auf den Feldern am rhein in Monheim aus

Siedlung Blee : Anwohner ärgern sich über Gülle rund um Gut Blee

(pc) Wilhelm Klauk wurde am Mittwochmorgen gegen 4 Uhr in der Früh vom Lärm der Maschinen aus dem Schlaf gerissen. Kurz darauf zog ein intensiver Gülle-Gestank von den Feldern am Rheindeich bis in sein Schlafzimmer.

Der 67-Jährige wohnt direkt gegenüber in der Siedlung Blee und beobachtete,  wie in den folgenden Stunden mehrere Tanklastwagen mit niederländischem Kennzeichen anrollten. „Das waren 30-Tonner.“ Arbeiter luden die stinkende Brühe auf Traktoren um und begannen damit,  die Felder zwischen Reiterhof und Parkplatz zu düngen. Auch seine Nachbarin Ute Herzog war entsetzt und fragte sich: „Wieso muss das kurz vor den Oster-Feiertagen gemacht werden?“ Sie hätte sich außerdem gerade in den Zeiten der Corona-Krise mehr Rücksichtnahme gewünscht. „Die Menschen können nicht wegfahren und möchten bei dem schönen Wetter etwas entspannen und am Rhein spazieren gehen“, sagt die 62-Jährige. Jetzt dauere es mindestens eine Woche, bis sich der üble Geruch wieder verzogen habe. An einen Aufenthalt im Freien sei da nicht zu denken.

Volker Höltgen vom Reiterhof Blee ist Pächter der Flächen, die am Mittwoch gedüngt worden sind.  Er hat den Auftrag für das zwölf Hektar große Areal Anfang der Woche erteilt. „Da war für Samstag noch Regen angesagt.“ Hätte er gewusst, dass es trocken bleibt, hätte er die Düngung erst für nach Ostern geplant. „Jetzt konnte ich den Auftrag nicht mehr zurück nehmen“, sagte der Monheimer.

Der Landwirt räumte ein, er könne den Unmut der Nachbarn verstehen. „Es stinkt natürlich.“ Es handele sich aber um „eine ganz normale Düngemaßnahme“.  Und man habe auch  „alle Vorschriften eingehalten“. Ihm stünde für die Gülle-Ausbringung auf die Felder nur ein begrenztes Zeitfenster im Frühjahr zur Verfügung.