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Kunstverein Langenfeld: Kathi Irmen drückt Gefühle in Bildern aus

Ausstellung beim Kunstverein Langenfeld : Kathi Irmen drückt Gefühl in Bildern aus

Unter dem Titel „Stille Farbräume“ präsentiert der Kunstverein Langenfeld bis zum 15. März im Kulturzentrum 21 Gemälde einer Newcomerin.

Beim Kunstverein Langenfeld (KVL) beginne das Ausstellungsjahr „mit neuer, frischer Kunst“, sagt Vorstandsmitglied Elke Tenderich-Veit. Mit diesen Worten lenkt sie bei der Vernissage der Bilderschau „Stille Farbräume“ die Blicke der Besucher auf die farbenfrohen Gemälde von Kathi Irmen. Die 30-jährige Künstlerin, die in Düsseldorf und Wuppertal arbeitet, stellt im Kunstraum des KVL bis zum 15. März insgesamt 21 abstrakte Gemälde zur Schau, die sie mit selbst angemischten Temperone-Farben auf Leinwand geschaffen hat.

Bei diesem vom KVL „Kick off“ bezeichneten Jahresauftakt erklärt Kathi Irmen ihre Art der Raumdarstellung durch reine Farbe so: „Ich möchte kein genaues Objekt zeichnen, sondern eher eine Welt für den Betrachter.“ Ausstellungen von neuen Künstlern zu organisieren und nicht nur bekannte Wege zu gehen, brauche Mut, so sagt sie. Das müsse man dem Kunstverein hoch anrechnen. Der KVL setzte sich im Allgemeinen für international etablierte Maler ein, doch eben auch für kreative Talente.

Die Ausstellung in Langenfeld verdankt Kathi Irmen unter anderem dem renommierten Maler Udo Dziersk. Der Professor an der Kunstakademie Düsseldorf hatte zuvor selber schon beim KVL Bilder ausgestellt. Jetzt hat er sich auch für Kathi Irmen eingesetzt. Und das sei nicht selbstverständlich, findet Elke Tenderich-Veit.

„Ich zeichne schon begeistert, seitdem ich das erste Mal einen Stift in der Hand hatte“, berichtet die 30-Jährige, die nach einem abgeschlossenen Medizinstudium an der Kunsthochschule Mainz und an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hat. Sieben großformatige und 14 kleinere – überwiegend quadratische – Gemälde zieren ohne Titel die Wände beim KVL. „Viele Bilder sehen schon sehr reif aus“, findet beim Betrachten Michaela Detlefs-Doege. Ehemann Thomas Doege merkt zwar an, dass sich die Gemälde mit breiter und geradlieniger Pinselführung sehr ähneln, doch gefallen sie ihm. Vor allem ein kleines, quadratisches in weiß und intensivem blau hat es ihm angetan: „Der Kontrast zwischen hell und dunkel regt die Fantasie an.“ Auch seine Frau schwärmt von den Farbtönen, die die Künstlerin selber mischt und in mehreren Schichten aufträgt. So entstehen ansprechende Strukturen verstärkt durch das Gewebe als Untergrund. Dies zeigt sich besonders bei einem kleinen Bild in Brauntönen. Kathi Irmen hängt nach eigenen Worten besonders an jenen Werken, die sie zuletzt gemalt habe. Die seien ihr oft noch am nächsten. Nach ihren Worten ist „die Sinnlichkeit des Materials für den Betrachter ein Gegenüber auf Augenhöhe, ein Kommunikationspartner“. Malerei sei das Angebot eines Raumes, der beim Betrachter entsteht und betreten werden kann.

KVL-Mitglied Christiane Schwarzer verharrt beim Rundgang. „Die Bilder gefallen mir nicht auf Anhieb. Ich muss sie erst auf mich wirken lassen.“ Thomas Doege stimmt ihr zu: „Am liebsten mag ich Bilder, die einen zum Weiterdenken bringen, ohne dass man es will.“ Dabei hat jeder seine eigene Interpretation. Kathi Irmen möchte mit ihren Bildern nach eigenen Angaben keine bestimmte Botschaft vermitteln.

Die 30-jährige Medizinerin studiert seit 2015 freie Kunst. Auf die erste eigene Ausstellung wurde sie in der Uni aber nicht vorbereitet. „Ich bin sehr aufgeregt, weil es das erste Mal ist, dass sich so viele Leute meine Bilder ansehen.“ Vor der Eröffnung habe sie sich viele Gedanken gemacht. Bei der Ausstellung müsse alles stimmen und vor allem solle das richtige Gefühl vermittelt werden. „Am wichtigsten ist, dass die Bilder für die Seele angenehm sind und keine groben Gemälde“, sagt Michaela Detlefs-Doege. „Ich suche schließlich nicht einfach Deko, die ich mir über das Sofa hänge.“ Und das trifft bei der Ausstellung von Kathi Irmen voll und ganz zu.

Im Begleitprogramm zu dieser Ausstellung zeigt der KVL am 20. Februar ab 19 Uhr den Film „Paula“ über Malerin Paula Modersohn-Becker. Der Eintritt ist frei, eine Spende willkommen. Am 23./24. Februar, 10-17 Uhr, bietet Bildhauerin Elke Tenderich-Veit einen Workshop „Zeitgenössische Keramik“ an (Gebühr 125/110 Euro, Anmeldung unter Tel. 0163 - 8722770 oder domdey@kunstverein-langenfeld.de). Und Kathi Irmen selbst steht in einer Soirée zum Internationalen Frauentag am 8. März ab 17 Uhr bei Imbiss und Getränken für Gespräche bereit (Eintritt frei, Spende willkommen).