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Kunstspaziergang durch Langenfeld-City

Langenfeld : Mit dem Kunstverein auf Spurensuche

Zwölf Kunstwerke erläutert Beate Domdey-Fehlau, Kuratorin des Vereins.

Die große Skulptur in der Fußgängerzone an der Markthalle: Kinder toben auf dem Sockel, Menschen verbringen dort ihre Mittagspause oder ruhen sich vom Shoppen aus. Aber was genau ist dieses „Ding“, an dem man täglich vorbei geht? Der Spaziergang durch Langenfelds Stadtmitte sorgt für Aufklärung. Die Skulptur aus Edelstahl, das „Stadtzeichen“, ist ein Werk Otto Herbert Hajeks, aus dem Jahr 1980. Sie ist Teil des „Kunstsommers“, organisiert vom Kunstverein. „Ich wollte, dass wir uns dieses Jahr auf das konzentrieren, was wir in der Stadt haben“, sagt Beate Domdey-Fehlau, Kuratorin und Geschäftsführerin im Kunstverein.

Zehn Langenfelder nehmen an dem Rundgang teil, bei dem Geschichte und Hintergründe zu zwölf Kunstwerken erläutert werden. „Angefangen hat das öffentliche Kunstbewusstsein in unserer Stadt 1983 mit Otto H. Hajek“, sagt Domdey-Fehlau. Der berühmte Maler und Bildhauer aus Stuttgart hat dort studiert und Karriere gemacht. 1983 wurde er auf Initiative der Kuratorin eingeladen, in Langenfeld auszustellen. „Niemals hätte ich gedacht, dass der große Hajek kommt“, erzählt Frau Domdey-Fehlau.

Das anfangs umstrittene Stadtzeichen erinnert heute an seinen Besuch. „Viele Menschen waren gegen eine so große Investition der Stadt“, sagt Domdey-Fehlau. Dem Künstler war es wichtig, dass seine Kunst angenommen und begriffen wird. Wort-wörtlich. „Wenn Hajek sehen könnte wie Kinder auf seinem Kunstwerk spielen, würde er sich freuen“, sagt die Geschäftsführerin.

Die Gruppe hört ihr gespannt zu. „Wenn man auf Reisen ist, schaut man sich viel Kunst an“, sagt Heike (69), die wie die anderen Teilnehmer nur ihren Vornamen in der Zeitung lesen möchte. Zu Hause wären die Kunstwerke so selbstverständlich, dass man einfach daran vorbeigeht. Für die 74-jährige Christine bietet der Rundgang eine perfekte Möglichkeit, um die Stadt in der sie lebt, besser kennenzulernen. „Fremde Städte kennt man häufig besser als die eigene.“

Einige Kunstwerke entdeckt man erst auf dem zweiten Blick, viele sind in Gebäuden versteckt. Beispielsweise das Werk „Sphärisches Lichtobjekt“ von Adolf Luther sowie Gemälde von Heinz Mack und Otto Piene im Sparkassengebäude. Auch das Rathaus hat einige Kunstwerke zu bieten. Die Teilnehmer lassen die Werke lange auf sich wirken. Manfred (76) malt sogar selbst. Bei der damaligen Hajek-Diskussion sei er hin- und hergerissen gewesen. „Heute bin ich froh, dass wir dieses Kunstwerk haben.“ Auffällig ist, dass viele der Kunstwerke nicht betitelt sind. Teilnehmerin Petra (58) schlägt vor, QR-Codes für die Werke einzurichten. „So könnte sich jeder mit seinem Smartphone unterwegs informieren.“