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Monheim: Kunst statt Kraut: Ausstellung im Sojus 7

Monheim : Kunst statt Kraut: Ausstellung im Sojus 7

17 Künstler und ihre Werke: Die ehemalige Fabrik wartete mit einer eindrucksvollen Schau auf.

Die weißen Stellwände im Hof des Sojus 7 zeigen postkartengroße Bilder: skurile Persiflagen, Collagen, Skizzen, Comics, Fotos, Aquarelle. Es sind insgesamt 140 kleine Kunstwerke und so verschieden sie sind, so beschäftigen sie sich doch alle mit ein und demselben Thema und das heißt: Donald Trump. „Eigentlich bedarf es keinerlei Karikaturen, um auszudrücken, wie lächerlich dieser Typ ist“, sagt ein Besucher und betrachtet intensiv jedes einzelne Werk. „Dafür sorgt er ja täglich selbst, aber das ist schon echt schräg, was die sich hier ausgedacht haben.“

Neben der Wanderausstellung „Kann Kunst als zahnloser Tiger Trump beißen?“ der Kölner Künstlerin Clementine Klein zeigen vor allem auch lokale Kreativschaffende ihr Können.

Sven Thelen sitzt an einem großen Tisch und bearbeitet bemalte dünne Sperrholzbrettchen in Din A4 Format mit einem glühenden Brandmalkolben. „Diese Kunst ist recht unbekannt,“, sagt der Monheimer, während er die Haarsträhnen eines japanisches Mangamädchenmotiv filigran und mit ruhiger Hand mit dem Gerät in seiner Hand ausbrennt. „Vielleicht haben einige diese Frühstücksbrettchen aus Holz mit eingraviertem Namen zu Hause. Das ist im Grunde das gleiche Prinzip.“

Isabelle ist 18 und steckt derzeit im Abitur, aber am Samstag zeigt sie ihre Bleistiftzeichnungen und vier kleine Aquarelleim  Sojus 7. „Die zeigen eine Insel, so wie ich sie gerne hätte, aus verschiedenen Perspektiven“, erklärt sie lachend, „die habe ich gerade erst gestern noch gemalt.“

Initiiert hat die Ausstellung, an der 17 Künstler teilnehmen, die 22-jährige Kunsthistorikstudentin Julia. Sie arbeitet ehrenamtlich im Sojus 7. „Es gab schon mehrfach diese Idee, dass wir gemeinsam ausstellen, damit wir hier auch das Außengelände mal mehr nutzen.“

Julia bezeichnet ihre Werke als „Fusion von Mensch und Natur mit einer Prise Humor“ und was sie damit meint, zeigen etwa ihre Bilder von Kakteen, deren Formen Phallussymbole darstellen. Julias Kunst ist vielseitig, sie zeigt auf eine Stellwand mit digitalen bunten Zeichnungen, oder Motive im Dotwork-Stil, eine spezielle Kunstform, die vor allem bei Tattoos Anwendungen findet. „Man malt mit einem Feinliner keine Striche, sondern setzt Punkt an Punkt“, erklärt die Studentin.

Das Leverkusener Matchboxtheater hat an diesem Nachmittag die Kunstausstellung mit Songtextlesungen unterstützt, am Abend spielen drei Bands auf der Sojusbühne. Am frühen Abend wird es ruhig auf dem Gelände, die ersten Künstler packen ihre Arbeiten ein, Clementine Klein aber bleibt bis zum Schluss.

„Die Idee zu dieser Ausstellung kam mir, als Trump gewählt wurde vor zwei Jahren. Ich habe damals in der Szene dazu aufgerufen, Assoziationen rund um ihn bildlich umzusetzen.,

Beteiligt haben sich 74 Künstler und herausgekommen sind diese 140 Exponate.“ Seitdem reist die Künstlerin mit der kleinen Wanderausstellung durch die Republik oder ins nahe Ausland, freut sich immer über neue Einladungen. „Wir küren auch jedes Mal das beliebteste Bild. Es ist von Stadt zu Stadt immer unterschiedlich.“