Monheim: Kulturvereine: Sojus 7 soll moderner werden

Monheim : Kulturvereine: Sojus 7 soll moderner werden

Die Jugendpartei Peto schlägt vor, mit dem ehrenamtlichen Team, dem Verein Rhein Rock und Marke Monheim ein Konzept zu erarbeiten, als Grundlage für eine bauliche Aufwertung des Sojus 7.

In den 80er Jahren belebte eine alternative Szene das Sojus. "Aber für die heutige Jugend ist diese Alternativkultur nicht mehr so ansprechend, weil es diese Szene gar nicht mehr gibt", sagt Patrick Steiner, der damals mehrere Jahre im Vorstand des Kulturvereins saß. "Das Sojus versprüht aber heute immer noch den Charme der 80er Jahre", sagt Thorsten Stoffels vom Vorstand des Vereins Rhein-Rock. Viele seiner Altersgenossen bezeichneten die ehemaligen Krautfabrik daher als "Ranzbude" und blieben ihr lieber fern. "Man müsste mal etwas Geld anpacken, um den Laden ins 21. Jahrhundert zu holen."

Bei einer früheren Seniorenmesse in Monheim wurden beispielsweise begehbare Badewanne ausgestellt. Foto: Matzerath

Genau dies sollte nach Ansicht der Peto das Ziel sein. Demnach sollen aktuelle und frühere Mitglieder des Sojus-Teams, der Rhein-Rock und weitere Nutzer eingeladen werden, ein Konzept zu entwickeln, das dann als Grundlage für die bauliche Aufwertung und Instandsetzung des Sojus dienen soll. "Die Ausstattung des Sojus ist einfach nicht mehr modern, wie wir von eigenen Veranstaltungen wissen", sagt Lisa Pientak. Konkrete Gespräche mit den Akteuren hätten zwar noch nicht stattgefunden, "aber der Handlungsbedarf ist offensichtlich". Die Räume seien stark verwinkelt und die Technik für Musikveranstaltungen zu installieren, sei oft ein eher komplizierter Vorgang. Die Aufenthaltsqualität ist aber jüngst stark durch das frisch renovierte Café verbessert worden, das hat das Sojus-Team in Eigenarbeit geleistet. Seither ist es dort deutlich gemütlicher.

Der Verein Rhein-Rock veranstaltet etwa zehn Konzerte im Jahr an der Lottenstraße, einmal monatlich tritt beim Kneipenabend ein Singersongwriter auf, dazu kommen noch einige Partys. Rhein-Rock-Vorstand Stoffels schreibt es auch der Ausstattung zu, wenn sein Verein den Saal, der 300 Leute fasst, selten vollkriegt. "Das ,nicht schick sein' zieht sich eben durch den ganzen Laden." Den Clubkonzerten in Köln und Düsseldorf habe man da wenig entgegenzusetzen.

Sebastian Bünten von Marke Monheim würde eine solche Initiative begrüßen. "Der Forderung, dass sich vor allem bei der Ausstattung 'was tun muss, schließe ich mich an." Er halte eine neue Bestuhlung für sinnvoll. Die Kunst dabei sei, das Sojus so herrichten, dass es zu allen Nutzergruppen passt. Vor allem seine Kabarettbesucher offenbarten da oft Berührungsängste, weil das Sojus eher als Party- und Konzertstätte für die Jugend bekannt ist. Die offensichtlichen Abnutzungserscheinungen hätten ja auch damit zu tun. "Mit etwas Komfort könnte man vielleicht auch die höheren Altersgruppen besser heranführen", so Bünten. Klar sei aber auch, dass man sich von dem urigen Charme der Krautfabrik auch angesprochen fühlen muss. Danach suche er auch die Künstler aus.

Er glaubt, dass sich die Attraktivität des Spielortes mit relativ bescheidenen Mitteln verbessern ließe. Ein Problem seien die fehlenden Parkplätze. Auch das äußere Erscheinungsbild sei verbesserungsfähig. "Es gibt keine vernünftige Beschilderung, wer von auswärts kommt, fährt leicht daran vorbei." Allerdings befindet sich das Sojus 7 nicht in städtischem Eigentum, erklärt Gebäudemanager Michael Lobe. "Die Stadt ist vor langer Zeit in den Mietvertrag des Kulturvereins eingestiegen." Mit dem Eigentümer müsse man besprechen, was an Umbauten möglich ist.

(RP)
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