Monheim/Langenfeld: Kulturbüros arbeiten stärker zusammen

Monheim/Langenfeld : Kulturbüros arbeiten stärker zusammen

Die Marke Monheim wird Vorverkaufsstelle für den Schauplatz Langenfeld – nur ein Schritt hin zu mehr Kooperation.

Die Marke Monheim wird Vorverkaufsstelle für den Schauplatz Langenfeld — nur ein Schritt hin zu mehr Kooperation.

Kultur macht nicht an der Stadtgrenze halt. "Wir wissen, dass zu unseren Veranstaltungen Besucher aus Langenfeld, aber genauso auch aus Düsseldorf-Süd kommen", sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann, der dem Vorstand des Vereins Marke Monheim vorsitzt. Deshalb gebe es seit Jahren Absprachen unter den Anbietern von Kulturereignissen in der Region. Jetzt wird Marke Monheim auch Vorverkaufsstelle für Schauplatz und Schaustall in Langenfeld. "Damit vertiefen wir die jahrelange Zusammenarbeit", teilt der Verein mit. Darüber hinaus werde es für Monheimer, die eine Veranstaltung in der Nachbarstadt besuchen wollen, leichter, an Karten zu kommen.

"Konkurrenzverhalten würde keinen weiterbringen", kommentiert Lisa-Ann Borgmann von Marke Monheim das Kooperationsbemühen. "Im Gegenteil: Von Kooperationen profitieren alle", findet sie. "Wir können Ideen sammeln, Neues schaffen und so dafür sorgen, dass das Angebot für Kulturfans in der Region abwechslungsreich ist", sagt Borgmann. "Außerdem können wir gemeinsam den Aufwand reduzieren. Wir können auf das Know-how des jeweils anderen Anbieters zurückgreifen", erläutert sie. "Das macht es einfacher."

Das sei etwa bei der Auswahl der Comedians der Fall. "Wir buchen natürlich keinen Künstler, der zwei Wochen vorher in Langenfeld auftritt", sagt die Kulturfrau. "Und das Mondscheinkino organisieren wir auch nicht parallel zur Kino-Reihe im Freizeitpark Langenfeld."

Insgesamt 90 Veranstaltungen bietet Marke Monheim pro Jahr an. "Und das mit ungefähr demselben Budget (knapp 200 000 Euro) wie bei der Gründung vor zwölf Jahren", berichtet Zimmermann. Der Unterschied sei lediglich, dass Sparkassen-Stiftung und Stadt die Kosten nun gemeinsam aufbrächten.

Die Stadt Langenfeld hat ihr Kulturamt 1989 abgeschafft und dafür eine Betriebs-GmbH gegründet, die seit 1994 Schauplatz GmbH heißt. "Wir sind für das Programm in der Stadthalle verantwortlich", erklärt Katja Früh von der Stadtkulturtochter. Auch der Schaustall am Winkelsweg und das Rex-Kino an der Hauptstraße werden von der GmbH gemanagt.

Als Erstaufführungshaus für Filme ist das Rex-Kino als Partner anderer Kulturveranstalter begehrt. Nicht nur Marke Monheim nutzt die Verbindungen von Leiter Georg Huff. Auch die Freizeitstätte Garath hat bei dem Kinobetreiber nachgefragt, ob er für das Haus im Düsseldorfer Süden die Filme zuverlässig besorgen könne. "Kooperationen sind wichtig", heißt es dort. Sie böten nicht nur die Möglichkeit, sich auszuhelfen, sondern auch den Vorteil, etwa junge Kleinkünstler bekannt zu machen, indem man sie von kleineren Bühnen auf immer größere bringt. Ein Konzept, das die stellvertretende Leiterin der Freizeitstätte, Hiltrud Hora, seit Jahren verfolgt. Viele, die etwa ihre ersten Auftritte in der Freizeitstätte Garath hatten — wie zum Beispiel Konrad Beikircher — sind heute in den großen Spielstätten zu Hause.

Auf erste Auftritte und Vorpremieren, die in der Langenfelder Stadthalle stattfinden, ist auch Katja Früh stolz. "So etwas schätzt unser Publikum", sagt sie. Die Besucher bekämen in der Region dadurch ein breites Spektrum an qualitativ hochwertiger Kultur geboten.

(RP)
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