Kreis Mettmann: 2021 soll Feuerwehr-Schule eröffnet werden

Langenfeld/Monheim Feuerwehr : Feuerwehr bekommt eigene Schule

Sie soll 2021 in Betrieb gehen, kündigt Landrat Thomas Hendele an. Alle zehn kreisangehörigen Städte seien inzwischen dafür.

Die Feuerwehren im Kreis Mettmann suchen dringend Nachwuchs. Wer „Feuerwehr“ in die Suchmaschine der Agentur für Arbeit eingibt, bekommt mehr als 200 freie Stellen in ganz Deutschland angezeigt. Wie Mirko Braunheim, Stellvertretender Kreisbrandmeister berichtet, wächst jährlich die Zahl der hauptberuflichen Kräfte in NRW um 250.

Tatsächlich aber herrscht auch in diesem Bereich Konkurrenzdruck um die Anwärter: Feuerwehren in Großstädten oder von großen Industrie-Unternehmen zahlen besser als die von kleineren oder mittleren Städten wie Langenfeld und Monheim. Ihnen bleibt nur eines: „Wir müssen selber ausbilden, um unsere Stellen besetzen zu können“, sagt Wolfram Polheim, Feuerwehr-Referatsleiter in Langenfeld. „Wir haben bisher in Düsseldorf unseren Nachwuchs ausgebildet. Dort gab es für uns immer freie Plätze. Das hat sich geändert, weil Düsseldorf selbst hohen Eigenen Bedarf an Ausbildungsplätzen hat.“

Deshalb ist es für ihn und die anderen Feuerwehrchefs mittlerweile eine gute Nachricht, dass der Kreis Mettmann jetzt eine eigene Feuerwehrschule einrichten will. Das hat  Landrat Thomas Hendele gerade im Kreistag angekündigt. Die Kreis-Feuerwehrschule soll 2021 in Betrieb gehen und sich über Lehrgangsgebühren finanzieren. Die Einzelheiten will der Kreis im kommenden Jahr in einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit den kreisangehörigen Städten regeln. Der Landrat erinnerte daran, dass die Städte noch vor einigen Jahren eine kreiseigene Feuerwehrschule nicht für nötig gehalten hätten: „Der Kreis hat dies seinerzeit anders bewertet.“ Deshalb habe der Kreistag auf Vorschlag der Verwaltung entschieden, im Neubau der Kreisleitstelle Schulungsräume für eine Feuerwehrschule einzuplanen.

Zehn Städte gehören dem Kreis Mettmann an. Bis auf Heiligenhaus und Wülfrath haben alle eine hauptamtliche Wache, die aus Berufsfeuerwehrleuten besteht. Der Bedarf ist da. Das sieht auch der stellvertretende Kreisbrandmeister Mirko Braunheim so: „Wir stehen vor einer Ruhestandswelle, die in fünf Jahren beginnt und erst in zehn Jahren abebbt.“ Weil also in absehbarer Zeit das Personal fehlen wird, seien die Feuerwehren dazu gezwungen, engagiert um Nachwuchs zu werben und selber auszubilden, „weil der Bedarf groß und der Markt ziemlich leer gefegt ist.“ Neben der hohen Fluktuation, den Ausfallzeiten wegen Fortbildungen sind auch die Vorgaben in den  Brandschutzbedarfsplänen Ursache für den Personalmangel. „Wir müssen mehr Personal vorhalten. Die Stellen gibt es also schon. Aber es fehlen die geeigneten Bewerber“, sagt auch Polheim. 80 Mitarbeiter hat die Feuerwehr Langenfeld derzeit. 90 könnten es werden. Polheim hat für 2020 einige offene Stellen.

Die Feuerwehrleute des Kreises Mettmann können nicht mehr in Düsseldorf ausgebildet werden. Foto: Gabriel, Werner

Ähnlich geht es Hartmut Baur, Stellvertretender Leiter der Feuer- und Rettungswache in Monheim. Monheim kooperiert in der Ausbildung unter anderem mit der Feuerwehr Bergisch-Gladbach (aktuell 1 Auszubildender). Drei Brandmeisteranwärter sind derzeit in Ausbildung.  Zwei – an der Düsseldorfer Feuerwehrschule – werden gerade fertig. Aber das reiche nicht. Deshalb ist Baur froh, dass der Kreis nun selbst eine Schule anbietet.

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