Serie: Unsere Schulen Kopernikus-Schule setzt auf Musik

Langenfeld · Die Frage, welche Schule für mein Kind, beschäftigt Eltern derzeit. Wir stellen deshalb in loser Folge die weiterführenden Schulen unter anderem in Langenfeld vor.

 719 Schüler lernen an der Kopernikus Realschule, die an der Immigrather Straße gelegen ist.

719 Schüler lernen an der Kopernikus Realschule, die an der Immigrather Straße gelegen ist.

Foto: Matzerath, Ralph (rm)/Matzerath, Ralph (rm-)

Nikolaus Kopernikus, der Namensgeber der Langenfelder Realschule, war ein berühmter polnischer Astronom, Mathematiker, Arzt und Doktor der Rechtswissenschaften. Besonders bekannt ist er dafür, dass er das heliozentrische Weltbild maßgeblich mitgeprägt hat. Die nach ihm benannte Langenfelder Schule existiert bereits seit mehr als 50 Jahren. Schulleiter Frank Theis gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Schulalltag.

Eckdaten Insgesamt 719 Schüler besuchen derzeit die Kopernikus-Realschule. Sie alle streben bis zur Klasse 10 den Mittleren Bildungsabschluss an. Die Auswahl zur Schulaufnahme erfolgt über eine Schulformeignung, das individuelle Leistungsvermögen und ein Beratungsgespräch. In den Klassen lernen durchschnittlich 29 Schüler miteinander. Sie werden von 48 Lehrkräften unterrichtet. Im Nachmittag sorgen vier Mitarbeitende in der Hausaufgabenbetreuung für weitere Unterstützung.

Unterricht Eine Schulstunde dauert 60 Minuten. Der Englischunterricht wird bereits ab der 5. Klasse angeboten, Französisch lernen die Schüler ab Klasse 7. Neben den regulären Unterrichtsfächern gebe es noch die Lernwerkstatt, eine „selbstorganisierte Schwerpunktförderung in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik“, so der Schulleiter. Im Fach „Erwachsen werden“ werden Sozialkompetenz und Berufswegfindung trainiert, während die Schüler im Wahlfach „Kulturelle Förderung“ Theater, Kochen, Rap und Hip-Hop praktizieren. Auch ein vielfältiges AG-Angebot erwartet die neuen Schüler: Neben sozialen Arbeitsgemeinschaften wie der Antirassismus- und Courage-, Schulsanitäter- sowie der Streitschlichter-AG, können die Schüler auch Imkern oder Gartenarbeit lernen. Auch eine Basketball-, Giants-League-, Sounds-of-La- und Theater-AG werden angeboten.

Schwerpunkte Das Motto der Kopernikus-Realschule lautet „Gemeinsam lernen unter einem guten Stern“. Statt eines festgelegten Schwerpunktes will sich die Schule breit aufstellen, um allen Schülern ein Angebot für ihre individuellen Fähigkeiten und Interessen zu bieten. Einen kleinen musikalischen Fokus sieht der Schulleiter aber doch: „Ein besonderer Schwerpunkt sind die Bläserklassen, die gemeinsam zusätzlich ein Blasinstrument erlernen“, so Theis. „Darüber hinaus ist für alle Klassen das gemeinsame, soziale Lernen und ein vorbereitender Weg zum Abitur oder der Ausbildung der besondere Schwerpunkt.“

Betreuung Im Anschluss an den Unterricht können Schüler jeweils montags bis donnerstags bis 16 Uhr die Nachmittagsbetreuung besuchen. In der Cafeteria gibt es Snacks und auf Vorbestellung auch ein Mittagessen. Die Preise liegen je nach Auswahl zwischen 3 und 4,50 Euro.

Förderung Mithilfe von Förderunterricht und weiteren individuellen Maßnahmen werden die Schüler auf ihrem Lernweg unterstützt. Dazu wurde auch das Projekt ‚Schüler-helfen-Schülern’ gegründet. Sowohl Stärken als auch Schwächen sollen an der Kopernikus-Realschule Unterstützung erfahren. „Wir kümmern uns um Defizite“, sagt Schulleiter Theis. „Die Ehrungen der Klassen- und Schulbesten sind außerdem ein wichtiger Bestandteil der Förderung der Leistungsstarken.“

Zukunft Die Kopernikus-Realschule erhielt 2020 einen Anbau und bekommt zukünftig eine neue Turnhalle. Alle Räume seien bereits oder würden zukünftig mit interaktiven Touchpanels ausgestattet, so Theis. Eine weitere Ausstattung aller Schüler mit iPads werde folgen. Die Schule sei demnach auf einem aktuellen Stand und ermögliche modernen Unterricht. Zudem habe sie das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen bekommen.

Konfliktlösung Bei Streitereien unter den Schülern setzt die Kopernikus-Realschule auf eine gemeinsame Kommunikation. „Konflikte werden miteinander besprochen. Der Klassenrat, die Streitschlichter und alle Lehrkräfte helfen zusätzlich“, so Schulleiter Theis.

Rückzugsorte Als Ruheraum dient das Lesezimmer. Dort können sich die Schüler während der Pause ungestört aufhalten und mit ihren Büchern beschäftigen.

Klassenfahrten Ab Jahrgangsstufe 6 fahren alle Klassen auf eine teambildende Klassenfahrt in die Region. Die Ausflugsziele liegen in der Regel in der Eifel oder dem Sauer- oder Siegerland. Die Klassen 10 fahren auf eine gemeinsame Skifreizeit nach Österreich. Auch ein Austausch ins Ausland sei machbar, sagt Frank Theis: „Wir haben eine lockere Kooperation mit dem Gymnazium in Gostynin, Polen.“

Förderverein Der Förderverein unterstützt die Schule mit Materialien für verschiedene Fachbereiche. Zuletzt sponserte er unter anderem Bälle für den Sportunterricht, die Bühne des Foyers sowie Forschermaterialien für den Biologie- und Physikunterricht.

Mitbestimmung „Unsere Schule lebt von einem gemeinsamen miteinander. Die Schülersprecherinnen und Schülersprecher arbeiten als Team zusammen und planen ihre Aktionen von einem eigenen Raum aus“, so Schulleiter Theis. Regelmäßig fänden Treffen mit den gewählten Vertretungen aller Klassen statt, um das Schulklima zu verbessern. Auch die Elternvertretungen unterstützen dabei. „Sie bereichern die Arbeit der Schule an vielen Stellen, wie die Fachschaftsarbeit, die Cafeteria, den Förderverein und beim Schulfest, der Kopernikiade.“

Ehemalige „Die Ehemaligen kommen immer wieder gerne zu den Festen und Feiern der KOP, vor allem zur Kopernikiade“, sagt Theis.

Handynutzung Die Nutzung von Handys während der Schulzeit ist mit Einschränkungen erlaubt. Nach Absprache mit dem Lehrpersonal dürfen sie im Unterricht verwendet werden, sind im Schulgebäude aber ansonsten verboten. Ausnahme sind die Pausen: Hier dürfen Handys auf dem Schulhof zum Musikhören verwendet werden.

Fahrräder Viele Schüler der Kopernikus-Realschule kommen mit dem Fahrrad zur Schule. „Zuletzt haben wir das Stadtradeln gewonnen“, sagt Theis. Unter allen Schulen hatte die KOP am besten abgeschnitten, stadtweit landete sie auf dem zweiten Platz. Die Räder können während der Schulzeit in einem abschließbaren und überdachten Bereich hinter der Turnhalle sicher abgestellt werden. Schulleiter Frank Theis ist bemüht, den Schulweg per Rad möglichst sicher zu gestalten: „Es gibt Schulwegunfälle, die leider passieren. Wir versuchen, die Schülerinnen und Schüler diesbezüglich weiter zu schulen – beispielsweise mit dem Aktionstag ‚Licht’ oder  Räderkontrolle mit der Polizei.“

Laura Wagener