Monheim: Kontroverse um Sportstätten

Monheim : Kontroverse um Sportstätten

Monheims Christdemokraten setzen Bürgermeister Daniel Zimmermann und die ihn tragende Peto beim heißen Eisen "Zukunft der Sportanlagen” unter Druck. SFB lehnt Ausweich-Alternative an der Bregenzer Straße ab.

Gute Anlagen zu schaffen für alle Sporttreibenden in möglichst allen Stadtvierteln ­ auf diesen Nenner hatte Peto-Spitzenkandidat Daniel Zimmermann im Wahlkampf sein wichtigstes kommunalpolitisches Nah-Ziel gebracht. Jetzt ist Zimmermann Bürgermeister. Doch eine Vorlage der Verwaltung wird es in der heutigen Ratssitzung nicht geben. "Ich führe intensive Gespräche. Dafür nehme ich mir die notwendige Zeit. Es soll schließlich ein von den Vereinen mitgetragenes Konzept präsentiert werden”, sagt der Verwaltungschef.

Finanzierbares Konzept

Doch so lange wollen zumindest die Christdemokraten nicht mehr warten. Sie setzen Zimmermann und die ihn tragende Peto mit einer Anfrage in der heutigen Ratssitzung unter Druck. "Der Bürgermeister hat die rasche Vorlage eines tragfähigen und finanzierbaren Sportstätten-Konzepts als das wichtigste Projekt zum Auftakt seiner Amtszeit bezeichnet. Jetzt erwarten wir konkrete Vorschläge”, sagt CDU-Fraktionsmitglied Günter Bosbach.

Zentraler Knackpunkt des seit 15 Jahren ergebnislos debattierten Sportstätten-Konzepts: Müssen Anlagen wie das Jahnstadion tatsächlich verkauft werden, um den Rest der Sportstätten so zu modenisieren, dass die Vereine mit ihren Spiel- und Trainingsplänen klar kommen? CDU und FDP glauben das nach wie vor, haben aber seit der Wahl keine Mehrheit mehr im Rat. "Wer wie Peto, SPD und Grüne meint, ohne einen wirklichen Ersatz für den Kielsgraben auskommen zu können, muss vorrechnen, wie das mit Blick auf die Nöte der Vereine gehen soll”, bringt FDP-Fraktionschefin Dr. Doris Schröder-Weber die Haltung der Bürgerlichen auf den Punkt.

Die Idee des Bürgermeisters, den ab 2011 wegen weiterer Auskiesungen wegfallenden Kielsgraben-Platz der Sportfreunde Baumberg (SFB) durch eine Aufwertung der Bezirkssportanlage Bregenzer Straße zu ersetzen, halten nicht nur CDU und FDP für unpraktikabel. "Das ist kein Lösungsansatz”, sagt der Vorsitzende der Sportfreunde Gerd Bircher. "Die Bregenzer Straße teilen wir uns mit dem BTSC. Wie soll da ein Konzept greifen, bei dem es darum geht, den von uns intensiv genutzten Kielsgraben vollständig zu ersetzen?”

24 Jugendmannschaften hat allein der SFB. "Die Begeisterung für Fußball könnte durch die Weltmeisterschaft in Südafrika noch größer werden”, vermutet Bosbach. "Wohin mit all den sportbegeisterten Kindern und Jugendlichen? Wollen wir die Kids durch marode bleibende Anlagen wieder zurück auf die Straße treiben, wo sie dann auf dumme Gedanken kommen?”, fragt Bosbach in Richtung Zimmermann, Peto sowie die das Konzept mittragenden Grünen und Sozialdemokraten.

Für Letztere macht Planungsexperte Werner Goller deutlich, dass die beiden extrem unterschiedlichen Konzepte (dezentrale Sanierung kontra Verkauf einzelner Anlagen) grundsätzlich nicht miteinander kombinierbar seien. "Deshalb geht es in diesem Fall nicht mehr um Kompromisse, sondern um Mehrheiten. Im Übrigen vermag ich nicht zu erkennen, warum es nicht möglich sein soll, in einem umgebauten Stadion zur gleichen Zeit Fußball zu spielen und Leichtathletik zu betreiben.”

(RP)
Mehr von RP ONLINE