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Analyse: Kontakt zu Partnerstädten kommt voran

Analyse : Kontakt zu Partnerstädten kommt voran

Seit der Gründung eines Partnerschaftskomitees werden in Langenfeld gemeinsame Aktivitäten systematischer vorangetrieben.

Wenn am kommenden Wochenende TuSpo Richrath sein traditonelles Pfingstturnier für Jugendfußballer ausrichtet, dann sind erstmals Teams aus den Partnerstädten Senlis (Frankreich), Montale (Italien) und Gostynin (Polen) dabei. Die acht bis zehn Jahre alten Nachwuchskicker und ihre Betreuer werden in der Turnhalle der Bettine-von-Arnim-Schule nächtigen und dort auch verpflegt. Nicht nur auf sportlichem Gebiet kommt der Austausch mit den Partnerstädten zunehmend in die Gänge. Die Gründung eines Langenfelder Partnerschaftskomitees im vergangenen Herbst scheint Früchte zu tragen. Neben den drei oben genannten Gemeinden sind noch Ennis (Irland) und - zumindest auf dem Papier - Batangas City (Philippinen) Partnerstädte von Langenfeld.

 Das italienische Städtchen Montale wird von der sehenswerten Festung "Castello della Smilea" überragt.
Das italienische Städtchen Montale wird von der sehenswerten Festung "Castello della Smilea" überragt. Foto: Stadt

In der Vergangenheit hatten sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung eher nebenbei um die Kontaktpflege und Aktivitäten gekümmert. Dazu engagierten sich Ehrenamtliche etwa im Förderverein Städtepartnerschaft Langenfeld-Gostynin oder pflegten Gruppierungen und Einrichtungen wie etwa der Kunstverein Beziehungen mit Gleichgesinnten in den Partnerstädten. So waren gemeinsame Aktivitäten oft Stückwerk und Zufallsprodukte, wiewohl sich abseits der offiziell vereinbarten Programmpunkte auf privater Ebene teils enge Verbindungen entwickelt haben.

Doch etwa zeitgleich zur Gründung der beiden jüngsten Partnerschaften mit Ennis und Montale im vergangenen Oktober entstand das Komitee. Unter dem Vorsitz von Elmar Widera (67) besteht es aus maximal 15 Personen, darunter je ein Vertreter der Stadtverwaltung und der im Stadtrat vertretenen politischen Parteien, außerdem Vereinsvertreter und interessierte Bürger. "Alle machen engagiert mit", zieht Widera ein positives Zwischenfazit nach den ersten Treffen. Um die Ergebnisse effektiver zu machen, bearbeiten die Mitglieder in Untergruppierungen und bei zusätzlichen Treffen einzelne für den länderübergreifenden Austausch geeignete Bereiche; wie etwa Kultur, Schule/Jugend oder Sport.

Auf einem guten Weg scheint der Schüleraustausch zu sein, um den sich im Komitee unter anderem Michaela Detlefs-Doege kümmert. Bereits mehrere Langenfelder Jugendliche weilten in Ennis, lebten dort mehrere Wochen in Gastfamilien und nahmen am Schulunterricht teil. Widera: "Bislang gab es aber noch keinen Gegenbesuch. Wir wollen versuchen, dass ein wirklicher Schüleraustausch zustande kommt." Zudem sollen laut Widera Wirtschaftsvereinigungen gezielt auf Praktikumsplätze für Bewerber aus den Partnerstädten angesprochen werden. "Auch dieser Austausch soll in beide Richtungen ermöglicht werden, so dass auch junge Langenfelder im Ausland ihren Horizont bei einem Berufspraktikum erweitern können."

Noch in diesem Monat fahren nach Wideras Worten drei Komitee-Mitglieder nach Senlis, um die seit 45 Jahren bestehende Partnerschaft mit zusätzlichen Aktivitäten in Schwung zu bringen. "Wie bei einem Speed-Dating wollen sie bei dem kurzen Aufenthalt in Senlis möglichst viele Kontakte knüpfen und Austauschmöglichkeiten ausloten, dazu bei allen Gelegenheiten aus erster Hand über Langenfeld informieren." Für das Komitee sei es wichtig, weitere Netzwerke aufzubauen, fährt Widera fort. "Im Detail können wir das Austauschprogramm nicht organisieren, brauchen dazu immer Partner." So wird vom 29. Juni bis 24. August im Freiherr-vom-Stein-Haus eine Ausstellung mit Klanginstallationen des aus Montale stammenden Künstlers Andrea Dami zu sehen sein. Eine Reise für kunstinteressierte Jugendliche nach Gostynin vom 7. bis 12. Juli bietet der Förderverein Städtepartnerschaft Langenfeld-Gostynin an; nähere Informationen und Anmeldungen bei Erna Funk (Tel. 02173 - 70726). Die Arbeiterwohlfahrt führt weiterhin Senioren aus Langenfeld, Senlis und Montale zusammen; im September führt eine Awo-Reise nach Montale.

Als Vertreterin der Stadtverwaltung arbeitet Sabrina Kempny im Partnerschaftskomitee mit. Auch nach ihren Worten hat sich die neue Organisationsform bewährt. "Der Aktivitätenplan steht auf der städtischen Internetseite."

(RP)