Langenfeld/Monheim: Konsum trotz Krise

Langenfeld/Monheim : Konsum trotz Krise

Der Einzelhandel zieht eine positive Bilanz des Weihnachtsgeschäftes. Die Langenfelder Stadtgalerie konnte ihre Besucher-Frequenz gegenüber 2008 sogar leicht erhöhen. Auch in Monheim zeigten sich die Kunden kauflustig.

Gedränge, Geduldsproben, Geschenketaumel: Wer gestern einen Bummel durch die Langenfelder City wagte, konnte zumindest in einem Punkt sicher sein: Der Endspurt im Weihnachtsgeschäft läuft rund. Richtig rund. Doch wie sieht die Gesamtbilanz des Einzelhandels und des Stadtmarketings im Jahr nach Ausbruch der größten Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegsära aus?

"Super. Es läuft wie am Schnürchen", sagt Barbara Maria Adam, Inhaberin des "Teespresso" in der Schoppengasse. Feinste Pralinen, Tisch- und Wohnambiente, original italienische Espresso-Maschinen: Mit ihrer Produktpalette liegt Adam goldrichtig. Neue Häuslichkeit ("housing"): So nennen Trendforscher den Effekt, von dem nicht nur Adams Laden profitiert. Freilich mit unterschiedlichen Ausschlägen. So setzt Angela Schwer von der "Wohnbar" am Markt noch auf die klassischen Last-Minute-Käufer. "Bis jetzt hatten wir geringfügig weniger zu tun als 2008. Aber wir sind zufrieden."

Bis zum Dreikönigstag

Zufrieden ist auch Citymanager Jan Christoph Zimmermann. "Trotz des leer stehenden Hertie-Kaufhauses hat der Langenfelder Einzelhandel nicht leiden müssen. Das ist ein Erfolg." Einer der Erfolgsfaktoren aus Sicht des Marketing-Experten ist der vom ersten Adventssamstag bis zum Dreikönigstag durchgehende Weihnachtsmarkt mitsamt Eislauf-Zelt. Ob es die besonders bei Kindern und Jugendlichen beliebte Schlittschuh-Attraktion im kommenden Jahr wieder geben wird, steht freilich noch nicht fest. "Das ist unserer Ziel, aber wir haben noch nichts unterschrieben", sagt Zimmermann. Das von der Familie Bruch betriebene weihnachtliche Budendorf kommt in jedem Fall wieder. "Langenfeld entwickelt sich. Es wächst und wird immer besser angenommen", sagt Romina Petter, die zur großen Schausteller-Dynastie gehört. Auch am Verbleib der Imbiss- und Glühwein-Buden bis zum Dreikönigstag soll sich nichts ändern. "Anderswo werden Weihnachtsmärkte schon am 23. Dezember demontiert, obwohl die eigentliche Weihnachtszeit erst am 24. beginnt und bis zum Sonntag nach Dreikönige dauert", sagt Petter und lobt das Traditionsbewusstsein vor Ort.

Sehr zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft ist Nadine Schorn vom Management der Stadtgalerie. "Die Kundenfrequenz, also die Zahl jener, die die Galerie betreten, lag in diesem Advent sogar minimal über den Werten von 2008." Vor allem die Gewohnheit, dass Kunden an den ersten beiden Adventssamstagen erst einmal in Düsseldorf und Köln schnuppern bevor sie in Langenfeld kaufen, habe man brechen können. "Wir haben von Anfang an nicht nur Frequenz gehabt, sondern auch gut verkauft." Einen Eindruck, den Claudia Schemm von der Modeboutique Steengrafe voll unterschreiben kann. "Es war besser als 2008."

Nicht ganz so euphorisch, aber auch "zufrieden" zeigt sich das Gros des Monheimer Einzelhandels. "Bei uns war es fast so wie 2008", sagt Guido Coenen, TV-Händler und Vize der Monheimer Einzelhandelsgemeinschaft Treffpunkt. Zwar merke er, dass das Geld nicht mehr so locker sitze ("eine tolle Marke wie Loewe hat's da schwerer"), aber unter dem Strich sei Unterhaltungselektronik immer noch ein gutes Geschäft. Über Besuchermangel konnte auch das Rathaus-Center nicht klagen. "Es brummte", bilanziert Gabriele Mahr-Sahler, die derzeit ihr Lotto- und Zeitungsgeschäft erweitert, den Advent 2009.

(RP)