Baumberg: "Kochen nach Römer-Rezept"

Baumberg : "Kochen nach Römer-Rezept"

Mit einem kleinen Lager zeigte die "Classis Augusta Germanica" am Tag des offenen Denkmals auf Haus Bürgel, wie der Alltag römischer Legionäre abgelaufen sein könnte.

Die Gruppe aus Köln und Umgebung veranstaltet dafür auch regelmäßig kleine archäologische Experimente. RP-Mitarbeiter Dorian Audersch sprach darüber mit Rene Keuth (42), dem "Centurio" der Gruppe.

Herr Keuth, was ist die "Classis Augusta Germanica"?

Keuth Wir sind eine Gemeinschaft von Menschen, die sich für die römische Geschichte interessiert. Dabei versuchen wir, das Leben in der Zeit ab dem ersten Jahrhundert authentisch darzustellen, um unseren Besuchern ein Gefühl für den Alltag in der Antike zu vermitteln. Dabei führen wir auch praktische Versuche durch.

Zum Beispiel?

Keuth Erst vor kurzem haben wir eine römische Handmühle nachgebaut. Damit wollten wir nachstellen, wie sich die Legionäre im Lager ernährt haben könnten. Die römische Küche spielt bei uns eine große Rolle. Wir kochen beispielsweise auch originale Rezepte aus der Antike nach. Ein anderer wichtiger Punkt ist die Rekonstruktion der Ausrüstung der römischen Armee, die sich je nach Rang und Funktion des Soldaten deutlich unterscheidet.

Was fasziniert sie besonders an der Zeit des "Imperium Romanum"?

Keuth Bei den Recherchen zu einzelnen Themen fällt mir immer wieder auf, wie weit fortgeschritten Handwerk, Wissenschaft, Architektur und Kultur in dieser Epoche waren — trotz der oft dekadenten Auswüchse. Der Wissensstand in der Antike war beeindruckend. Doch im Mittelalter gingen die meisten zivilisatorischen Errungenschaften bis zur Renaissance verloren. Bei Ausgrabungen in Köln wurde kürzlich zum Beispiel eine Pfanne aus der Römerzeit gefunden, die über einen mehrschichtigen Boden aus verschiedenen Legierungen verfügt. Da würde man doch eher denken, dass dies eine Erfindung der Neuzeit ist. Derartige Erkenntnisse sind aus meiner Sicht hochinteressant.

(dora)