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Langenfeld: Klinik: Bürger gegen Baustellenzufahrt

Langenfeld : Klinik: Bürger gegen Baustellenzufahrt

Mehr als 120 Unterschriften hat Andreas Menzel gegen die geplante Zufahrt über die Alte Schulstraße gesammelt.

Rund um die "Alte Schulstraße" formiert sich Protest. Anwohner dieser verkehrsberuhigten Wohnstraße befürchten, dass sie zwei Jahre lang Baustellverkehr werden ertragen müssen, der durch den 30 Millionen Euro teuren Neubau auf dem Gelände der LVR-Klinik entstehen wird. Auch wenn es offiziell noch nicht bestätigt ist, deute vieles daraufhin, dass die "Alte Schulstraße" als An- und Abfahrt für die Baustelle auf dem Klinikgelände längst beschlossene Sache sei. Andreas Menzel, Ratsherr der BGL, ist angesichts widersprüchlicher Aussagen, die er bei Stadtverwaltung und Klinikleitung bekommen hat, davon überzeugt - ebenso wie Günter Striewe. Menzel hat bereits einen Antrag für die nächste Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses formuliert. "Die Stadtverwaltung findet mit dem LVR eine Lösung, so dass die Anbindung der geplanten Großbaustelle über das Gewerbegebiet Albert-Einstein-Straße erfolgt, damit die Wohngebiete rund um die Alte Schulstraße nicht mit Baustellenverkehr belastet werden." Dieselbe Forderung haben bereits 120 Anwohner rund um die Straße unterschrieben.

Wolfgang Honskamp, Referatsleiter für Umwelt, Verkehr und Tiefbau im Langenfelder Rathaus, versichert, dass noch nichts entschieden sei. "Es hat noch keine konkreten Gespräche diesbezüglich mit der Klinikleitung gegeben", sagt er. "Wir erwarten in Kürze ein Konzept, das die An- und Zufahrt zu dem neuen Gebäude regeln soll." Ein Gesprächstermin für Mitte November werde gerade gesucht. Auch Honskamp ist der Meinung, dass die Wohngebiete weitestgehend vom Baustellenverkehr frei gehalten werden sollen.

Thomas Rosenke, der am Wieselweg, einer Seitenstraße der "Alten Schulstraße" wohnt, befürchtet, dass der Schwerlastverkehr Lärm und Schmutz bringen wird. "Auch wird die kleine Straße diesem Verkehr gar nicht gewachsen sein", denkt er über mögliche Folgekosten nach.

Bei der LVR-Klinik zeigt man Verständnis für die Befürchtungen der Anwohner. "Doch noch können wir nichts sagen", beschreibt Robert Hessel, Leiter der Technischen Abteilung der LVR-Klinik, den Status Quo. Derzeit würden vier Varianten geprüft. "Drei davon betreffen die Zufahrt über die Albert-Einstein-Straße, eine die Zufahrtsmöglichkeit über die Alte Schulstraße", sagt er. Zu welchem Ergebnis die Planungsbüros unter Abwägung der Vor- und Nachteile sowie der Kosten kommen, ist noch offen", so der Technische Leiter. Die Ergebnisse will die Klinikleitung zuerst mit der Verwaltung besprechen. "Da müssen wir zu einem konsensfähigen Ergebnis kommen, das sowohl die Anforderungen des Krankenhausbetriebs als auch die Bedürfnisse der Anwohner berücksichtigt."

"Die Zusammenarbeit der LVR-Klinik mit der Stadt ist traditionell außerordentlich gut. Wir stehen zu der Klinik als wichtige öffentliche Einrichtung - auch bei schwierigen Themen wie zum Beispiel dem Ausbau der Forensik. Deshalb begrüßten wir auch den geplanten Neubau als positives Zeichen für den LVR-Standort Langenfeld. Nur darf der Baustellenverkehr die Anwohner nicht über die Gebühr belasten, wenn es eine andere Lösung geben kann", fasst der BGL-Fraktionsvorsitzende Gerold Wenzens die Sicht der Wählergemeinschaft zusammen.

(RP)