Monheim: Klimaanlage statt Kachelwand

Monheim : Klimaanlage statt Kachelwand

Für 280 000 Euro richtete der katholische K-plus-Verbund im Monheimer Krankenhaus eine neue zentrale Notaufnahme ein. Kurze Wege und helles Mobiliar markieren den Sprung in die Moderne.

Kollaps, Kolik, Kopfwunde gehören zu jenen Dingen, die Menschen am liebsten gar nicht erleben wollen. Und die doch passieren. Für Sandra Dörges sind sie Teil ihres Alltags. Die Krankenschwester leitet die Notfall-Ambulanz im Monheimer St. Josef-Krankenhaus. Ein spannender Job. Manchmal auch ein stressiger. Und einer, der ab kommender Woche von einer komplett neuen Umgebung profitieren wird. 280 000 Euro ließ sich der K-Plus-Klinikverbund, zu dem auch das Monheimer Haus gehört, eine nagelneue Notfall-Ambulanz kosten.

Ein Zeitsprung

Nicht nur für Schwestern und Ärzte, vor allem auch für die Patienten des 107-Betten-Hauses bedeutet dies einen regelrechten Zeitsprung. "Den Charme der 50er Jahre" bescheinigt Dr. Michael Frenken, Chefarzt der Chirurgie und ärztlicher Direktor, der nun bald ausgemusterten Alt-Ambulanz. In der Tat: Wer gestern deren Räume betrat, traf auf echte Klassiker: Kacheln bis auf Kopfhöhe, Wandschränke, die in einem Stil-Museum gut die 70er Jahre illustrieren könnten.

Ganz anders stellt sich der rechts vom Haupteingang gelegene neue Trakt dar. Helle, freundliche Räume; moderne beigefarbene Schränke; abwaschbare Tapeten statt kalter Kacheln. In der Mitte der Zimmer: frisch angelieferte Liegen für die künftigen Patienten. In nur sechs Monaten entstand der 150 Quadratmeter große Trakt, zu dem auch ein Bereitschaftsraum mit Bett und Fernseher für die jeweils diensthabende Schwester gehört. "Kurze Wege, ein zusätzlicher Untersuchungsraum und Klimaanlagen – das sind weitere Pluspunkte", freut sich Dr. Ralph Schumacher, Chefarzt der Inneren, über die deutliche Verbesserung.

Die neue Ambulanz ist freilich nur ein – zweifellos größerer – Mosaikstein, mit dem der katholische K-plus-Verbund seine Position in Monheim festigt. Ebenfalls in Sichtweite: ein eigenes Computer-Tomographie-Gerät, das nach Angaben von K-plus-Geschäftsführer Klaus-Peter Fiege durch eine kombinierte Anschaffung relativ günstig ("um die 25 000 Euro") eingekauft wurde. "Es wird im Bereich der dann umgestalteten alten Ambulanz aufgebaut und eröffnet uns neue diagnostische Möglichkeiten", sagt Frenken.

Genauso wichtig für den Verbund ist das direkt gegenüber der Klinik entstehende St. Marien Altenheim mit 95 Appartements. Acht Millionen Euro kostet der Neubau, dessen Baugrube bereits ausgehoben ist. Vier Millionen Euro übernimmt die Familie Schwarz-Schütte, vormals Eigentümer des nun zur belgischen UCB-Gruppe gehörenden Medikamenten-Spezialisten Schwarz Pharma.

Positiv aus Sicht der Klinik-Patienten: Sie werden die Cafeteria des St. Marien-Heims nutzen können. Und das, ohne zu frieren oder nass zu werden. Denn beide Häuser werden durch einen unterirdischen Tunnel miteinander verbunden. "Patienten sollen sich während ihrer Gesundungsphase wohl fühlen. Dazu wird die – bislang leider fehlende – Cafeteria sicher ihren Beitrag leisten", ist Chefarzt Schumacher sicher.

(RP)
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