Langenfeld/Monheim: Klassenfahrten führen von der Eifel bis nach Israel

Langenfeld/Monheim: Klassenfahrten führen von der Eifel bis nach Israel

Lange gab es einen Trend zu immer weiter entfernten Zielen von Klassenfahrten. Besteht der weiterhin? Eine Umfrage unter heimischen Schulen.

Die Reiseaktivitäten des Monheimer Otto-Hahn-Gymnasiums passen zur Auszeichnung des OHG als Europaschule. Konsequent werden Partnerschulen in England, Italien, Frankreich und Israel besucht - seit neuestem auch in der Türkei, wegen der Städtepartnerschaft mit Istanbul-Atasehir. In einigen Fällen orientiert man sich an solchen Verbidungen Monheims, in anderen führten persönliche Kontakte engagierter Lehrkräfte zu nachhaltigen Freundschaften.

Die jüngsten OHG-Schüler reisen im Austausch nach Newbury, "um im direkten Kontakt mit englischen Native Speakern einen Eindruck von dem Land zu erhalten, über das im Unterricht so viel gesprochen wird", erklären die OHG-Verantwortlichen. Die Klassen 8 und 10 fahren nach Bourg-la-Reine oder Montreuil, um die ersten Französisch-Kenntnisse auszuprobieren oder Anreize zu setzen, die Sprache in der Oberstufe weiter zu lernen. Besonders anspruchsvoll ist sicherlich die Fahrt von 20 ausgelosten Schülern der Stufen11 und 12 nach Israel. "Während der Begriff der "Normalität" im deutsch-israelischen Verhältnis noch immer kontrovers diskutiert wird, hat die Aussöhnung zwischen den Menschen nach der Shoa hier einen lebendigen Ausdruck und fast schon eine ,Selbstverständlichkeit' gefunden", heißt es am OHG.

Auch im Langenfelder Konrad-Adenauer-Gymnasium sind die Grundzüge der Klassenfahrten in dem von der Schulkonferenz beschlossenen Schulprogramm festgeschrieben. "In Klasse 6 geht's vier Tage an die Nordsee oder einen Kletterpark im Sauerland, in der Oberstufe suchen die Leistungskurse für eine Woche ,ihre' passenden Reiseziele", sagt Schulleiter Stephan Wippermann-Janda. Ein Englisch-LK wird vermutlich nach England fahren, "aber Kunst kann beispielsweise sowohl in Italien als auch in Kroatien vertieft werden." In allen Fällen sind die Kosten gedeckelt. Die Tour nach Holland sollte maximal mit 250 Euro, die LK-Woche mit 450 Euro pro Kopf zu Buche schlagen. Nur in diesen im Schulprogramm vorgegebenen Rahmen können Schüler aus klammen Familien nach dem Teilhabe-Gesetz Zuschüsse erhalten.

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Auch an der Kopernikus-Realschule in Langenfeld beginnen die Fahrten in Klasse 6. "Pädagogische Erlebnisse und Teambildung sind die Ziele", sagt Schulleiter Frank Theis. Dazu geht's von montags bis freitags in eine Jugendherberge in Eifel oder Sauerland, Kosten: 200 Euro pro Nase. Die Abschlussfahrt in Klasse 10 ist traditionell eine siebentägige Ski-Freizeit im Ötztal. Dank eigener Skilehrer und einer selbst organisierten Unterkunft für die rund 100 Schüler bleiben die Kosten unter 400 Euro pro Person.

Auch am Helmholtz-Gymnasium in Hilden gibt es einen engen Rahmen für Klassenfahrten. Während auch dort die Ausflüge in der sechsten Klasse vor allem erlebnispädagogischer Natur sind, entscheidet in der Q2 die Art des jeweiligen ersten Leistungskurses der Schüler über das Reiseziel, wie Schulleiterin Barbara Krieger erklärt: "Im kommenden Jahr fährt unser Deutsch-LK auf Goethes Spuren an den Gardasee". Der Mathe-LK reist nach Florenz, wo unter anderem das Museo Galileo eine umfangreiche Sammlung zur Wissenschaftsgeschichte und Instrumente für mathematische Berechnungen enthält. "Der Bio-LK macht meist meeresbiologische Fahrten und der Englisch-LK fährt verpflichtend ins englischsprachige Ausland", erläutert die Schulleiterin. Die Ziele müssten in jedem Fall zwischen Schülern, Lehrern und Eltern abgestimmt werden und in das festgelegte Budget passen. Schon allein dadurch kämen Reiseziele in Übersee kaum in Frage. "Dieses ,Immer weiter und immer doller' muss auch nicht sein, denn wir sind ja schließlich kein Reiseunternehmen", betont Krieger.

(RP)