Langenfeld/Monheim: Klar wie Klärwasser

Langenfeld/Monheim: Klar wie Klärwasser

Das vergangene Wochenende hat's mal wieder bewiesen: Wasser gibt's hierzulande genug. Für seine Güte wird ein hoher Aufwand betrieben – von Mikrofilterung bis Renaturierung. Eine Bestandsaufnahme zum Tag des Wassers.

"Die verfügbare Wassermenge ist hierzulande kein Problem – dem Schutz der Grundwasserqualität gilt unsere Aufmerksamkeit", lautet das Fazit der lokalen Experten zum heutigen Tag des Wassers. Die Regenmengen, die durch die überwiegend aus West wehenden Winde am Steigungsrand des Bergischen Landes bei uns niedergehen – etwa 850 Liter pro Quadratmeter im Jahresschnitt –, sind ausreichend, um unseren Grundwasserbedarf dauerhaft zu decken. Dies aber nur, wenn es versickert und nicht (zu) schnell durch Bäche und Kanäle davonfließt.

"Nicht zu viele Flächen versiegeln"

"Wir achten darauf, dass wir nicht zu viele Flächen versiegeln", beschreibt Wolfgang Honskamp, Referatsleiter Tiefbau im Langenfelder Rathaus, eines der Ziele behutsamer städtischer Siedlungspolitik. Der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) mit Sitz in Haan-Gruiten, in der Region für die Gewässerunterhaltung und –pflege zuständig, ist sogar damit beschäftigt, Bausünden früherer Jahre zu korrigieren, zum Beispiel durch die Renaturierung von Bachläufen, die vor langer Zeit in vielen Fällen verrohrt oder schnurgerade und fast kanalartig angelegt worden waren. "Der Galkhausener Bach zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der nördlichen Stadtgrenze ist ein gelungenes Beispiel", erfreut sich BRW-Ingenieur Peter Schu an dem inzwischen wieder in Schleifen mäandernden Bachlauf.

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In den Innenstädten stoßen die Renaturierungen durch die an die Gewässer herangerückte Bebauung jedoch schnell an ihre Grenzen. "Bei Hochwasser erinnern uns die Bäche gelegentlich sehr deutlich daran, dass wir ihnen diese Flächen weggenommen haben" erläutert Schu eine weitere Aufgabe des BRW, der als Teil der Hochwasservorsorge entlang der Gewässer mehr als 40 Hochwasserrückhaltebecken betreibt.

Der BRW ist aber vor allem Betreiber der Kläranlagen, in denen das Abwasser gereinigt wird. "Das Rohabwasser ist sauberer als vor zehn Jahren", sagt Schu. Nach seinen Worten sind diese messbaren Erfolge "sowohl auf die zunehmende Umweltsensibilität der Menschen und der gewerblichen Einleiter als auch auf den Zwang durch Aufsichtsbehörden" zurückzuführen. Risiken drohen unserem Wasser aber auch zukünftig durch gefährliche Stoffe, die gedankenlos ins Abwasser eingebracht werden. Die immer präziser arbeitenden analytischen Geräte finden inzwischen sogar Mikroverunreinigungen, zum Beispiel durch Arzneimittelreste, die nicht etwa weggeworfen wurden, sondern nach Gebrauch im normalen Stoffwechsel von den Menschen ausgeschieden werden. "Messergebnisse mit neun Stellen hinter dem Komma weisen so etwas nach". Für Schu wie andere Fachleute stellt sich daher die Frage: Wie groß ist das Risiko, dass solch kleinste Verunreinigungen in der Natur und über die Nahrungskette bei den Menschen Schäden anrichten? Und: Rechtfertigt es dieses Risiko, Kläranlagen mit einem sehr hohen wirtschaftlichen und energetischem Aufwand nachzurüsten?

(RP)