Langenfeld: Kitesurfen und Kat-Segeln geht auch auf dem Trockenen

Langenfeld : Kitesurfen und Kat-Segeln geht auch auf dem Trockenen

Am Kitesurf- und Katamaran-Simulator und in der Segelschule machen die Boot-Besucher mit.

Wer auf der Boot-Messe nicht nur bummeln oder gucken, sondern etwas erleben will, für den gibt es in diesem Jahr einen vollen Terminkalender. Segeln, Paddeln, Wakeboarden und Kitesurfen geht nämlich auch in der Halle. Und wer will, bleibt dabei sogar trocken.

Die richtige Technik beim Kitesurfen erklärt Timo Sternemann, der seine Doktorarbeit in Sportwissenschaften für seine eigene Surfschule mit Standorten in Portugal und Holland fallenließ. Auf einer dicken blauen Matte klinkt er Mutige in einen "Kitesurf-Simulator" ein. Ein elektrisch betriebener Seilzug zerrt sie mit einem Ruck in die Höhe, ganz so, wie der Schirm beim Kitesurfen das tun würde. "Kitesurfen wird von den meisten als Extremsportart angesehen", sagt Sternemann. "Wenn man aber alles richtig macht, ist es eine vollkommen sichere Sache." Der 34-Jährige zeigt den Besuchern, wie man sich bei Sprüngen mit dem Kiteboard vom Schirm in die Luft ziehen lässt und sich dann zu einem "Paket" kauern muss, um mit gestreckten Beinen langsam wieder auf dem Wasser aufzukommen.

Johannes Geldermann aus Dorsten hat es versucht und in der Luft hängend auch schon seinen ersten "Grab" gemeistert, den lässigen Griff ans Board. "Ich dachte, dass das viel anstrengender ist", sagt er. Kite-Lehrer Sternemann erklärt, warum seine Lieblingssportart mehr mit Technik als Kraft zu tun hat: "Man sitzt im Trapez und benutzt die Haltestange nur zum Steuern." Besonders Kinder lernten das schnell, sagt Sternemann. Die ersten richtigen Sprünge mache man aber meist erst nach 20 Stunden Training, Naturtalente schon nach zwei bis drei. In Messehalle 1 geht das schneller: Angespannt, in die Seile gelegt und hochkatapultiert.

Onur Kurtulus zeigt den Boot-Besuchern die perfekte Haltung beim Katamaran-Segeln. Foto: Endermann Andreas
Bei Gerd John (r.) lernt Julian Herzog, wie ein Segelboot aufgebaut ist und wie man eine Mini-Version fernsteuert. Foto: Endermann Andreas

Deutschlandweit "einmalig" ist nach den Angaben seines Erbauers Willy Trautmann der Katamaran-Simulator in Halle 14. Mit einem Elektromotor lässt sich die Neigung des draufmontierten Katamarans verändern, der per Hand in die gewünschte "Fahrtrichtung" gedreht wird. Onur Kurtulus zeigt darauf sein Können, lehnt sich wie bei einer richtigen Fahrt aus dem Boot, so dass der Katamaran in die gewünschte Schräglage gerät. Der nur 150 Kilogramm schwere, zweirumpfige Schnellsegler vom Typ Hobie 16 (die Zahl steht für seine Länge in Fuß) würde bei einer Regatta auf bis zu 50 Stundenkilometer kommen. Messebesucher können selbst erleben, wie es sich anfühlt, sich im Haltegeschirr über den Bootsrand zu neigen. Wer allerdings Hoffnung auf eine Profi-Karriere im Katamaranfahren hegt, sollte sich vorher besser auf die Waage stellen: Das erstrebenswerte Gewicht für die Besatzung eines 16-Fuß-Katamarans beträgt laut Trautmann 130 Kilogramm - auf zwei Personen verteilt. Der zehnjährige Mülheimer Julian Herzog dürfte dafür zwar leicht genug sein, interessiert sich aber mehr für die ferngesteuerten Segelboote: "Das ist ganz schön schwierig, nicht die anderen Boote anzufahren." Hoffentlich hat er dabei gut aufgepasst, denn kurz danach setzt sich Julian auf dem Übungs-Teich zum ersten Mal ans Steuer eines "Opti"-Segelbootes.

(RP)
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